Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-11 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Präsidiums 1« keine näheren Angaben machen, und die Tatsache, daß* wir, & fr. dm Präsidium und die Verbindungen, mit etwa 40 Kriegsfüxen in keine Verbindung gelangt sind, darf auch keinesfalls durch Uninteressiertheit erklärt werden. Von ihnen können; viele, ohne daßi wir es wissen, in reger Korrespondenz mit Bunde^brüdern stehen und taktfeste Zionisten sein« Bei vielen kann Schreibfaulheit, die durch das .üble Leben oraußen zu begreifen ist, die alleinige Ursache sein. Im übrigen ist es auch sehr leicht möglich, daß an einen Teil mangels einer richtigen Adresse unsere Zuschritten nicht gelangt sind. Wir werden wohl damit rechnen dürfen, daft sich diese Unbekannten nunmehr bei uns melden werden. Im ganzen habe ich den Eindruck, daß wir mit unserem jungen Menschenmaterial sehr zufrieden sein können - und berechtigt sind, die besten Hoffnungen auf es zu setzen. Es war mir oft eine Freude, aus ihren Brieten einen ungestümen, zionistischen Geist zu ersehen. Wie aus den Feldbr'efen von uns Aelteren sprach auch aus vielen Briefen unserer Kriegsiüxe die tiefe Resignation, zu einer jüdischen Passivität verurteilt zu sein, und der begeisterte Wille, voll und ganz für unsere Sache einzutreten, sobald sie des äußeren Druckes enthoben 9eien. Einige schrieben mir, daß sie ernstlich gewillt seien, bald nach Palästina überzusiedeln, und korrespondierten mit mir über die Berufsfrage. Wir können mit unserem Nachwuchs, dem nicht wie uns Aelteren ei» frohes, sorgenloses Fuxenleben beschieden war, der vielmehr die kost« bare Zeit seiner ersten Mannesjahre unter den bittersten Umständen haf verbringen müssen, zufrieden sein. Die meisten werden innerlich gefestigt und zu stärkster Aktivität entschlossen zurückkehren. Es ist ihnen und dem K. J. V. zu wünschen, daß sie in ihren Korporationen ein wahres Gemeinschaftsleben vorfinden. Kommt ihnen allen mit Herzlichkeit entgegen, sucht durch verständnisvolles Eingehen auf ihre individuellen Eigentümlichkeiten und ihre Sorgen ihre Liebe zu gewinnen und zeigt ihnea durch die Tat, daßl dias K. J. V. wirklich so ist, wie sie es sich nach unseren Rundschreiben und ' Erzählungen vorstellen müssen! Holdhei» Anlage 4 Der Jüdische Wille Zum Kartelltag liegt der erste Jahrgang des „Jüdischen Willen" vor. Er bedeutet nicht mehr als einen Anfang und läßt allenfalls die Grundzüge des Prograrri5ns erkennen, dessen Verwirklichung der Redaktion vorschwebt. Unser Programm läßt sich dahin fixieren: eine zionistische Zeitschrift zu schaffen, die den Zionismus nicht im' Dienste irgend einer Richtung voä irgend einem spezialistischen Gesichtspunkte aus betrachtet — Tendenzen, die zum Schaden des Zionismus in Deutschland: und Deutsch-Oesterreich leider einen nicht unerheblichen Umfang angenommen haben —, sondert ein umfassendes Bild von der Größe und dem Inhalt der zionistische« Bewegung gibt. Das Stoffliche darf dabei über der Betrachtung des Psychologischen nicht zu kurz kommen. Gelingt es uns, dies Programm immer weiter seiner Verwirklichung entgegenzufübren, so dürfen wir hoffen* aus dem „Jüdischen Willen" die zentrale Zeitschrift der jüdischen Jugendbewegung zu machen. Vorläufig aber empfinden wir noch sehr stark die Mängel sowohl des Inhalts wie auch der äußeren Form. Die technischen Mängel lassen sich ohne weitereal mit den Schwierifr- Jycjtender Krk^szeit begründen; eine wesentliche Besserung ist in dktcr