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Der jüdische Student · 1919-02-01 · Heft 8-11 (Februar 1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 8-11 (Februar 1919)
Date
1919-02-01
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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-Bericht des- Präsidiums 145 Was ich erreichen wollte und wie mir schien bestenfalls -überhaupt erreichen konnte, war, bei unseren Kriegsfüxen Liebe und Heimatgefühl für das: K. J. V. zu erwecken. Sie sollten erkennen, daß man hier in Hause ihrer gedenkt und sich ihnen verbunden fühlt; Ich legte von vornherein den Häuptwert nicht auf meine Rundschreiben, sondern auf die mit den Einzelnen zu führende Privatkorrespondenz. Vor allem denjenigen, die im Felde aktiv .geworden waren oder erst kurze Zeit ein Korporationsleben mitgemacht und keinen freundschaftlichen Verkthr mit Bundesbr.üdern hatten, sollte die Möglichkeit gegeben werden, Autklärung zu erhalten und die ihnen am Herzen liegenden Thinge zu besprechen. In den vier ersten Briefen, die ich herausgehen ließ, erörterte ich die Funaamente unseres Korporationslebens, unser Erziehungsziel und die Grundform unserer Gemeinschaft, die. Disziplin und oie Ltmdesbfüderlichkeit. Außerdem gab ich einen kurzen Abriß unseres organisatorischen Autbaus. Da mittlerweile der Krieg noch immer kein Ende genommen hatte, dieses vielmehr nicht abzusehen war, begann ich nunmehr mit der Besprechung jüdischer Fragen. Ich gab eine Uebers'cht über den -Stand unserer Bewegung, erzählte ihnen von den politischen Erfolgen und, versuchte, in einem kurzen geschichtlichen Abrißt die heutige politische Situation, zu erklären. Es lag mir vor allem daran, aen interterritorialen Charakter unserer Bewegung aufzuzeigen und ihnen das auf der Einheitlichkeit in der Willensrichtung der Zionisten aller Länder oeruhende Geheimnis unserer, inneren Stärke und unserer außenpolitischen Bedeutung zu enthüllen. In den nächsten Briefen sprach ich unter anderem über die Zeit von Moses Mendelssohn bis heute, über Pinsker, die Choweweh Zion und Herzl. Der nächste (14.) Brief sollte vom ersten Kongreß, dem zionistischen Programm, der zionistischen Organisation und dem Nationalfonds handeln. Da kam der Waffenstillstand. Wenn ich rückblickend das Ergebnis der achtzehn Monate werten soll; so glaube ich meine Zufriedenheit äußern zu dürfen. Es ist mir in der Tat geglückt, eine sehr rege und erfreuliche Einzelkorrespondenz mit einer relativ großen Zahl unserer Kriegsfüxe herbeizuführen. Der Inhalt war sehr mannigfaltig: Korporatiönseinrichtungen, Bundesbrüderlichkeit, Stellung der Füxe im Kartell, Burschung, Blau-Weiß-Frage, theoretische und praktische zionistische Fragen, Palästina-Kolonisation, Grundlagen des Nationalismus, Judenfrage in Polen und Rumänien, Orthodoxie, Studium und persönliche Sorgen. Jeder sprach sich über die ihn interessierenden Dinge' aus, und ich bemühte mich, in umgehender Antwort die an mich gestellten Fragen zu klären. Mit etwa 50 (von insgesamt 232; die Zahl stimmt nicht genau, auch sind in letzter Zeit geburschte Bundesbrüder hier eingerechnet. Es sind aber ausschließlich diejenigen gezählt, die im Heeresdienst, im Felde, in der Etappe oder in deutschen Garnisonen, wo keine Korporation besteht, gestanden haben. Unter „Kriegs füxeft" verstehen wir also diejenigen nicht, die als Zivilisten oder als Soldaten am Orte einer Korporation gewesen sind und das Korporationsleben mitgemacht haben) habe ich einen ziemlich regen Briefwechsel unterhalten, und obwohl ich fast keinen davon persönlich kannte, hat sich durch die Korrespondenz ein geistiger, manchmal sogar persönlicher Kontakt eingestellt, Insgesamt schrieben mir über hundert. Jedes, auch das kürzeste Schreiben, wurde beantwortet. Außer der Korrespondenz sah ich meine Aufgabe darin, die jungen Bundesbrürier zur Lektüre von Büchern und Broschüren anzuregen. Zu diesem Zwecke fügte ich mehreren Rundschreiben "ein Verzeichnis* der';in

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