Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-11 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Präsidiums 133 V. J« St. Hasmonaea, Berlin I. Tätigkeit während des Krieges. ' Seit Anfang des Krieges gemeinsamer Betrieb aller Berliner Korporationen. Bereits seit einiger Zeit vor Kriegsende Wieder aufnähme des gesonderten Betriebes, jedoch mit sehr 'geringem Erfolge. Niedergang des Korporationslebens bis zum fast völligen Stillstand des Betriebes. / II. .Augenblicklicher Stand. Bei Rückkehr der Bündesbrüder ans dem Felde wurae — Ende November 1918 — beschlossen, den geregelten Korporationsbetrieb wieder aufzunehmen. Semesterprogramm: ein zionistischer Kurs, hebräisch* jn der hebräischen Sprachschule, Zusammensein auf der Kneipe oder bei Bundesbrüaern mit Besprechung unserer Fragen. » Ferner wollen wir uns an den neu zu gründenden 'Volkshochsdhulkursen beteiligen, und zwar soft jedem Bündesbrüder freigestellt werden, an welchem Kursus — je nadfai seiner Interessensphäre — er sich beteiligen will. Sonntags: Wandern. Die Aktivitas wird — soweit es sich bisher übersehen läßt — etwa 15 Bundesbrüder umfassen. Wir beabsichtigen, die 'völlig vernachlässigte Keilarbeit wieder aufzunehmen. Die Frage der Korporationsformen ist prinzipiell nicht behandelt worden. De facto wird nicht gefochten, wir haben es jedoch für richtig gehalten» dem Kartelltag nicht durch ^Beschlüsse vorzugreifen. ' * III. Erwartungen für die beginnende Friedenszeat. Wir hoffen, ein sinnvolles Korporationsleben aufbauen zu können-, sind uns jedoch klar darüber, daß» dies uns bei intensiver Einzelarbeit glücken kann. Insbesondere wird es Aufgabe der Erziehung sein, jeden. Bündesbrüder auf den Platz im jüdischen Leben zu weisen, atif den er seinen Fähigkeiten nach gehört. V. J. St« Maccabaea, Berlin Seit Ausbruch des Krieges bis zum Beginn des Sommersemesters 1918 hatte die Maccabaea gemeinsamen Betrieb mit den übrigen Berliner Kartellverbindungen. In diesen dreieinhalb Jahren wurde der engere Zusammenhang innerhalb der Maccabaea durch Zusammenkünfte bei Alten Herren und von Zeit zu Zeit stattfindende Konvente gewahrt. Der großem Zahl von Bundesbrüdern, die fern von uns weilten, gingen ziemlich; regelmäßig in Abständen von zwei 'bis drei Monaten Rundschreiben zu, die häufig Berichte über Konvente enthielten; 'gewöhnlich lagen ihnen auch noch Vervielfältigungen von Briefen bei, die uns von Bundesbmdern aus dem Felde zugegangen waren. 1 Herausgeber der Rundschreiben war anfänglich A. H. Koref, später A. H. H ild e?h e inre r. Die zu Beginn des Sommersemesters '1918 erfolgte Wiedereinfiuhrung eines gesonderten Betriebes bei den 'einzelnen Kartellverbindungen gab der Maccabaea die erwünschte Gelegenheit zu einer Intensivierung' ihres Korporationslebens. Durchschnittlich zweimal in der Woche fand siefi ein nicht allzu kleiner Kreis 'von Bundesbrüdern zusammen. Sehr instruktiv war ein Palästinakurs bei 'Max Hirsch.; Daß trotzdem der feste und 'innige Zusammenhang, den wir afte wünschten, nicht erzielt wurde* lag nicht nur daran, daß die Bündesbrüder fast ausnahmslos im Militär- "und Zivildienst beschäftigt waren. Die Ursache lag tiefer: es fehlte der gemeinsdhaftsbildende Faktor, die gemeinschaftliche Idee, die Ausdruck einer gleichartigen GrmidsttomiUQg ist und, zugleich gemeinsamer Tätigkeit 'die Richtung weist. .