Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-11 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht: des. Präsidiums Anlage 1 . Berichle Pias dem.. Karfell . ..... . V* J. St. Bjerüfii. Im ersten Fusionssernester, d. h. zu Beginn, des Krieges, .führte der V. J. St. Berlin kein eigenes; Leben. 1 Erst im zweiten Kriegssemester fing er an, sich auf sich selbst zu besinnen. Wir versuchten neben der! Arbeit im K.J. V. Berlin-ein eigenes Leben wachzurufen/ Wir könrier* mit Befriedigung aussprechen, daß uns das in dem Maße gelungen ist, wie es unter den schwierigen Verhältnissen nur irgend möglich war. Es kam uns darauf an, den Zusammenhang zwischen der älteren und jüngeren Generation aufrecht zu erhalten. Das haben wir einerseits er reicht durch- Zusammenkünfte im Hause von Berliner Alten Herren, andererseits dureil den Feldpostverkehr. Dieser sowie die Verantwortung für den Betrieb innerhalb des V. J. St. Berlin lag bis zum Dezember 1917 in der Hand ' von Bbr. Fritz M.eye r. Ganz allmählich war der Feldpostverkehr um- ' fangreich und persönlich geworden, und 'gerade auf das letzte kam es dabei entscheidend an. Nach Meyers Einberufung .übernahm Bruno Goldberg den Feldpostverkehr, und als er wegen«.Ueberbürdmig mit Arbeit das Amt niederlegte, übernahm Bruno Kir s c h n e r in anerkennenswerter Weise und mit großem Erfolge die Geschäfte, Bald gab es wohl kaum; noch einen Angehörigen des V. J. St. Berlin, der nicht regelmäßig seine Stammverbindung über sein Ergehen und sein Erleben auf dem Laufenden' gehalten hätte. Seit Beginn des Jahres standen auch wieder mehr Bundes* forüder zur Mitarbeit zur Verfügung, und Kirsehnerverstand es so gut, fflr den Zusammenhang zu sorgen, daß im> V. J. St. Berlin fast Friedensleben herrschte. So war es möglich, daß> wir zu Beginn dieses Semesters neben dem Ruder-V. J. St. die erste Berliner K, J. V.Verbindung waren, die sofort und ohne Schwierigkeiten die Arbeit fortsetzen konnte. Der Bericht ist noch dahin zu ergänzen, daß« schon im Sommersemester 1918 der V. J. St. Berlin den gemeinsamen Berliner K. J. V.-Betrieb, der jedem Urlauber von uns, wenn überhaupt, so nur unangenehm auffiel, Valet sagte und sich selbständig machte, A. H. Kirschner leitete. in einer persönlichen Aktivität, die nicht genug hervorgehoben werden kann, dieses letzte Kriegssemester. Besonders erwähnt werden muß' der Stiftungstag des V. J. St. Berlin, der eine überaus stattliche Anzahl V. J. St.-er aller Generationen vereinigt sah. Wenige Tage nach der Revolution begann der V. J. St. Berlin ein normaleres Leben. Wir eröffneten das Revolutionssemester mit einer Aktivitas von 15 Bundesbrüdern, ih denen die Fuxenschaft die Majorität bildete. Im Mittelpunkt aller Veranstaltungen] stehen die wöchentlichen Verbindungsabende bei Alten Herren. HebräiscW ist allen Bundesbrüdern offiziell gemacht. 1 Häufige Diskussionen rühren unsere jüngsten Bundesbrüder in unsere Ideenwelt ein. Neben der inneren Intensivierung vernachlässigen wir > auch nicht die Kerlarbeit, die uns in den letzten Wochen sieben Aktivmeldungen gebracht hat; weitere sind nocH zu erwarten. 1 Im Laufe des Semesters gedenken wir noch' durch Vorträge über die verschiedenen Differenzierungen im Zionismus, gehalten yon Leuten aus allen Lagern, uns mit allen Problemen bekannt zu machen. A. H. Kirschner wird einen Bibelkurs mit Berücksichtigung der sozialen Probleme in der Bibel abhalten. Auch den Sport wollen wir wieder pflegen, sei es durdfi Turnen und Wandern oder durch Fechten. Die Keilarbeit werden wür; unverrnkdert fortsetzen, weil die Verhältnisse uns günstig sind 'und es ein Verbrechen wäre, die gute Gelegenheit zur Nationalisierung und Zionisäerung der jüdischen Akademiker in 'Deutschland nicht wahrzunehmen.