Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-11 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Präsidiums 129 *. 'Di^^T^ndeiiz^iir^wirktäi sowohl im Felde wie in der Heimat, und aus ihnen erklärt es sich; daß Forderungen derselben Art von Bundesbrüdern allerorten vertreten werden. Es lebt noch in aller Erinnerung, wie zum ersten Mal auf den Palästina* aufrufe den einige Bundesbrüder im J. St. veröffentlichten, eine lebhafte Diskussion einsetzte, bei der sich in aller Schärfe eine neue Richtung kundtat Die daran anknüpfenden Diskussionen' führten zum ersten Mal zu' einer gewissen Scheidung der Qeister, die uns 'zeigte, daß die Gegensätze zwischen K. Z. V„ und B. J. C. längst überwunden waren und daß eine Neugruppierung der Richtungen im Kartell stattgefunden hatte. Aus der Forderung, selbst nach Palästina zu gehen, und aus der näher rückenden Möglichkeit, diese Forderung zu erfüllen, folgt' unter anderem eine ganz andere Auffassung des Berufs wie bisher. Immer größer wird die Zahl derjenigen jüdischen Gymnasiasten, die nach dem Abiturium oder schon früher zur Landwirtschaft übergehen, demgemäß in dem akademischen Rahmen des Kartells nichts mehr zu suchen haben werden. Aber auch für diejenigen, die Studenten werden, wird die Wahl der Fakultät und die Art des Studiums verschieden von früher sein. Sie werden nicht mehr Jura studieren, sondern Berufe ergreifen die sie in Palästina ausüben können: sie werden Lehrer oder Techniker werden, zu einem kleinen Teil auch Nationalökonomeri und Mediziner. Sie werden in" der Lage sein, im Berufe nicht mehr eine traurige, aber notwendige Tatsache zu sehen, mit der man sich nur so weit beschäftigt, als es zum Geldverdienen notwendig ist, sondern werden sich bemühen, ihren Beruf so gründlich zu erlernen, daß sie darin etwas für Palästina leisten können. Das bedeutet für die Korporation, daß sie nicht mehr durch ein Uebermaß von Veranstaltungen den jungen Aktiven dem Studium entziehen darf, daß sie nicht mehr die Anschauung predigen darf, daß der junge Bundesbruder für die Korporation und sonst für nichts mehr Interesse haben dürfe. Im Gegenteil wird das Kartell es sich angelegen sein lassen, den Einzelnen in seinem Studium zu fördern. Auf Palästina» so fordert die neue Tendenz, muß die gesamte Erziehurig eingestellt sein. Die hebräische Sprache muß gelernt werden, weil sie die lebende Umgangssprache in Palästina ist. Eine Einführung in alle Probleme jüdischer Palästinaarb ei t ist erforderlich. Alle diese Tendenzen haben sich während des