Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 7 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Stein, Zur Wahl der Kartelltagsdelegierten 107 historische Leistung nicht aufhalten, sie wird über die Schranken, die Schwerfälligkeit errichtet, hinwegsteigen undvsich ihren Weg suchen. In Berlin und Königsberg haben sich bereits Korporationen im Sinne der neuen Ideen gebildet, die Berliner Maccabaea konstituiert sich als Hapoel-hazair-Verbindung mit dem Programm engster Arbeitsgemeinschaft mit dem Hapoel hazair, die junge Generation aes Rudervereins fordert den Zusammenschlußmit der Ivria. , Das bedeutet, daß wir unserem Kartell ein ganz neues Gesicht geben, aus Korporationen mit gleichmäßigen Erziehungsaufgaben werden Verbindungen, die sich nach der Art ihrer Arbeit unterscheiden. Wir werden Blau-Weiß-, Volksheim-, Hapoelhazair-, Turn- und Sportkorporationen haben, deren Mitglieder voll und ganz in ihrer Jugendorganisation stehen; wir werden auch besonders in den kleinen Universitätsstädten Keilkorporationen haben, die das Hauptgewicht ihrer Arbeit auf die Gewinnung der Studentenschaft legen. Aber sie werden eben auch nur ein Typ der K. J. V.iKorporationen sein. Das Kartell aber erhält die erweiterte Aufgabe, die Plattform zu sein, auf "der die Aktiven, die geistigen Führer der Jugendbewegung sich zusammenfinden, um von dort Kraft und Anregungen zu schöpfen, um von dort die gesamte Jugendbewegung mit gemeinsamem Geist, mit K. J. V.-Geist zu erfüllen. Und wenn eine starke Jugendbewegung, cie wir schufen, uns nach Jahren überflüssig macht, so geht es uns wie dem Zionismus, der auch abtritt, wenn das jüdische Volk in Palästina zu neuem Leben erwacht ist. Zur Wahl der Karfelltagsdelegierten Von Arthur Stein (V.J.S. Maccabaea-Berlin v. Ruder-V.J. Sf. A. H.) Berlin Der kommende Kartelltag wird über die Organisationsformen entscheiden, die das Kartell in Zukunft erhalten soll. Es erscheint mir daher doppelt notwendig, die Verbindungen darauf hinzuweisen, daß sie bei der Auswahl der Delegierten die größte Vorsicht walten lassen. Die Delegierten müssen, wenn sie auch'nicht an bestimmte Aufträge gebunden sein dürfen, in der Lage sein, die in ihren Korporationen herrschenden Strömungen zu vertreten. Sie müssen selbständig denkende Bundesbrüder sein, die. im richtigen Augenblick Entschlüsse fassen können. Es müssen vor allem solche Bundesbrüder sein, die aus eigener Kenntnis und Erfahrung das beurteilen können, worüber gesprochen und abgestimmt wird1. Es kommt nicht darauf an, daß gerade diejenigen delegiert werden, die im Augenblick 'die Leitung haben oder die längsten Reden halten. Ich bin der Ansicht, daß nur solche Bundesbrüder delegiert werden dürften, die vor dem Kriege bereits ausreichende Zeit aktiv waren, die während des Krieges den Anschluß an ihre Korporationen nicht verloren und sich sofort nach ihrer Rückkehr wieder aer Korporationsarbeit zur Verfügung gestellt haben. Diese Bundesbrüder haben auch in der Zwischenzeit bis zum Kartelltag Zeit und Gelegenheit genug, die neuen Anschauungen im Kartell kennen zu lernen und sich über sie klar zu werden. Ich trage hier noch eine besondere Bitte vor, die den Wünschen vieler Bundesbrüder entspricht. Das Kartell hat sich vor dem Kriege durch mangelhafte Arbeit in schlimmster Weise an der jüdischen Turnbewegung versündigt. Wir wollen jetzt diesen ungeheuer wichtigen Aufgaben neuen