Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 7 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Cofvt, Die Erneuerung des Karte 1s politischen Autgaben der älteren zionistischen Akademiker in Deutschland harren, braucht hier nicht auseinandergesetzt zu werden. Das wären die vier Grundfragen, die den Kartellfag beschäftigen werden. Ich will aber nicht verfehlen, zum Schluß noch eine, diesmal besonders wesentliche Aufgabe des Kartelltages zu streifen: ore Neuwahl des Präsidiums. Die Arbeit des Präsidiums während des Krieges hat stark darunter gelitten, daß es sich bewußt war, nicht in dem erforderlichen Maße das Vertrauen des Kartells zu besitzen. Die Neuwahlen werden hier nun endlich klare Zustände schaffen. Der Kartejltag wird die Männer an die Spitze des Kartells stellen, die sein Venrauen besitzen. Kein Mensch kann heute die Forderung nach einem homogenen Präsidium erheben. Alle Anschauungen können und sollen im Präsidium zum Ausdruck kommen, allerdings nur solche, dilT'sTcire^^ 'aes1 neuen K.J/V. ^tHTfgnT^ T3Te°E^aCrBe7fsT^lTi^:keit des PräsigSms^mufr garantiert sein. Wir werden auf diesem Kartelltage zum ersten Male ein Präsidium zu wählen haben, das nicht nur aus Berlin seine Mitglieder bezieht. Wir hoffen, daß durch die Delegierung von Bundesbrüdern aus der Provinz in das Präsidium jene Atmosphäre des Mißtrauens schwinden wird, unter der die Berliner Präsidien fast stets zu leiden hatten. Bei der Wahl des Engeren Berliner Arbeitsausschusses aber möge der Kartelltag das Prinzip befolgen, nur Männer zu wählen, die nicht durch ihre Tätigkeit in anderen Organisationen überlastet sind und nur mit einem relativ kleinen Quantum an Energie und Quäle an Interesse im K. J. V. arbeiten können. Noch nie seit Bestehen des Kartells kam es so auf ganze Arbeit an, wie in dem folgenden Kartelljahre. Das Ergebnis unserer Tagung wird letzten Endes davon abhängen, ob die Debatten in uns allen den Eindruck hinterlassen, daß sich hier eine trotz aller sachlichen Differenzen einheitliche Gemeinschaft zusammengefunden hat. Wenn die Geister oft mit Leidenschaft aufeinanderplatzen werden, so kann es uns nur recht sein. Es wäre ein Zeichen, daß das K. J. V. lebt und die Dinge uns an die Nieren gehen. Das Ende des K J. V. jedoch würde es bedeuten, wenn uns der Kartelltag zeigt, daß der eine, die Sprache des anderen nicht mehr versteht. Ich habe den testen Glauben, daß wir uns wiederfinden und das K. J. V. neu gründen werden. Die Erneuerung des Kartells Von Bertold Cohn (V.J.S . Maco baea-Berlin > nd Rud r-V.J.St.A.H.) Ber n Die Krise, in die das Kartell in den letzten Jahren geriet und die •auch heute noch keineswegs überwunden ist, hat ihre Gründe nicht etwa vorwiegend in Erscheinungen des Krieges, sie ist vielmehr eine innerliche Aind durch die Entwicklung des Zionismus im allgemeinen und der jüdischen Jugendbewegung im besonderen bedingt. Der Nachwuchs des Kartells bestand in stets wachsendem Maße aus Elementen, die bereits vor ihrem Eintritt ins K. J. V. zionisiert waren, die unter dem Einfluß ihrer Jugendorganisation bereits ein bestimmtes zionistisches Lebensprogramm sich entworfen hatten und dieses im Kartell zu verwirklichen suchten. Sie kamen nicht unbefangen zu uns in der Absicht, sich einzuordnen und die Korporation restlos auf sich wirken zu lassen, iondern sie waren