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Der jüdische Student · 1919-01-01 · Heft 7 (Januar 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 7 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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102 Hofdfieim, Die gegenwärtige Lage des K.J. V. Es ist nun aber ein ilrrtuni annehmen zu wollen, daß durch diese Neugründung das „Blau-Weiß-Problern" eine endgültige Lösung gefunden habe. Die in dem neuen iVerein organisierten Bundesbrüder werden natürlich nur so lange an Idas K. J . V. zOi fesjseln sein, als sie eine Ent-* wicklung des K. J. V. in ihrem i Sinne klar erkennen können. Und ^UM>'HMBm_ " ' i ESas-^-1" ~ - --- - ' ___' -~*-~*-— — *■ Hl»« III IW Vif <Tälml^ennen sich", wie nicht i entschieden genug betont werden kann, auch die nicht aus dem Blau-Weiß, hervorgegangenen jungen K. J. V.-er zu der Forderung nach einer jüd scheren Gestaltung des Korporatio slebens und verlangen die radikale Umgestaltung des K. J.V.*) Es handelt sich wirklich nicht nur um die 'Abschaffung einiger studentischen Formen» Hiermit wäre "aucrf gar''nrchfs'igeTDes'seffr wenn nichT gleichz'eifigr,elfrs1i'etfer Geist in das K. J. V. einzöge, i Wir können nicht vor uns selbst bestehen, wenn wir einen Zusammenschluß von Menschen, ja von Zionisten darstellen, dem es an einer leitenden, die Gemüter bewegenidenjde^e ermangelt. Wir waren starf"'"voF'3emTKViege, "weil wir "eine solche hatten. £^£^dLe:_ Jieutige, völlig veränderte Zeit reicht >jed o ch das Programm der Keil- , arbeit und der Erziehung zu »formaler, nationaler öesTnnuhg'^IBii"mehr aus.~31eTben wird und muß ider Teil unseres Programms, der die^Erziehung zur Disziplin, Bundesbrüderlichkeit und männlicher Gesinnung zum Ziel hat. Einen neuen Inhalt in die alten Schläuche zu gießen, wird die Aufgabe des Kartelltages sein. ' Wie Euch bereits angekündigt ist, wird der Kartelltag vier große Fragenkomplexe zu behandeln haben: die zukünftige Gestaltung des Kar-J teils, die spezielle Erziehungsarbeit, die'Palästinafrage und die Alt-Herrenfrage. Es ist mir hier 'nur möglich, einiges andeutungsweise zu sagen. Die Diskussion über die neue 'Gestaltung des K. j.V. und die Erziehungsarbeit wird zu einem wesentlichen Teil eine Erörtej vng der von mir im Vorstehenden behandelten Probleme bringen. Im übrigen werden beim ersten Punkt Fragen organisatorischen Charakters, vor allem die Frage des 'Aufbaus des K. J. V. zu behandeln sein. Alan wird dazu Stellung nehmen müssen, ob die Uniformierung unserer Korporationen, wie sie früher letzten Endes bestand und auch erstrebt wurde, auch heute noch wünschenswert ist oder ob vielmehr eine weitgehende Autonomisierung mehr in unserem Interesse liegt. Ich hoffe, daß die letztere Lösung die Billigung des Kartelltages finden wird. Die Vergrößerung des Kartells, die ständige 'Vermehrung der Verbindungen, ferner die anders gearteten örtlichen Voraussetzungen verbieten meines Erachtens eine zentralistisehe Regelung des inneren Betriebes nach dem Gesichtspunkt e~ mechanIsl^rTeT^Vsreilm^"flrcliüng. WirToTuTenres ruhig in das *) Dieser Artikel ist Ende Dezember geschrieben worden, konnte daher die am 6. Januar erfolgte Neuconstituierung der V. J. St. Maccabaea-Berlin als „Hapoel-Hazair-Korporation" nicht mehr berücksichtigen. Diesem mit früheren Maßstäben gemessenen geradezu unerhörten Konxeniabteschluß liegt die Erkenntnis zugrunde, daß eine"KbVpörä^i^riserzleliung nur dann wirklich gute jüdische Resultate zeitigen kann, wenn jeder Bundesbruder vom Tage seines Eintritts an in lebendigen Zusammenhang mit den ostjüdischen Massen gebracht wird und er die Scheidung zwischen Ost und West nicht nur theoretisch als eine ausschließliche Grenzfrage begreift. In ihm kommt ferner der lebendige „JWille zum Ausdruck, ujise^ 4"Ähs"cTiauungsl^e1p^m_ein ordenffiches, ,St.ück..zu verprolelfarisieren und uns zTTT^eläliigen,^ mit den Augen des jüdischen Arbeiters zu betrachten, für dessen, jedenfalls in in der Tendenz berechtigte, Forderungen in zionistischen Kreisen häufig eine geradezu erschreckende Verständnislosigkeit anzutreffen ist.

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