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Der jüdische Student · 1919-01-01 · Heft 7 (Januar 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 7 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Hofrfßeim, D e gegenwärtige Lage des K. J. V. 101 Wer konnte daran denken? Wie weit entfernt erschien uns damals die Er* reichung unserer politischen Wünsche! Heute stehen wir vor der Erfüllung: des Baseler Programms. Wir \ haben eine. Jugend, die im Blau-Weiß, aufgewachsen oder durch die dort ^herrschende Atmosphäre beeinflußt ist. Dieser Jugend ist es mit der Vvi|Uebersiedlung zweifellos ernst. Wenn auch begreiflicherweise nur wenige den Entschluß gefaßt haben, die Landwirtschaft zu erlernen* so können wir ohne Uebertreibung feststellen, daß auch bei sehr vielen anderen ein fester Wille vorhanden ist, sich durch 'Berufsspezialisierung, durch gründliches Herräisch-Lernen usw. für ein späteres Leben in Palästina zu befähigen. Dieses Streben nach jüdischer Intensivierung, diese &|^nntnis, daß man das Hebräische beherrschen, die'"TeTigToserPFormen kennen, zitffT Ost Judentum mlueTtT^ttmeFes Verhältnis kommen muß, ist ein weiteres Moment, durcfTUäs sich unsere^heutige Situation von der früheren unterscheidet. Wir hatten auch vor dem Kriege unserer theoretischen Zustimmung zur hebräischen Sprache durch Resolutionen Ausdruck gegeben, die „die hebräische Sprache alsintegri r nden Bestandteil unserer na tionalen Bewegung" bezeichneten. Aber wer lernte wirklich, wer empfand die Notwendigkeit? Es ist verständlich, wenn bei dieser aus der zionistischen Entwicklung der letzten Jahre zu erklärenden neuen inneren.,Einstellung der zionistischen Jugend sich dieser die Frage aufdrängt, ob denn das K. J.V. ein ihren jüdischen Bedürfnissen adäquates Leben verbürgt. Diese Zweite! mußten*" sich verstärken " angesichts der Tatsache, daß. ein gfj2&ex~JCeil ä^^^J^t^^ ihren Wünschen gegenüber nicht das erforderliche Verstandnis <auf bringt und daß sie die ErziehungsergeEnisse des K. J7V" seKr wenig mit unseren Prätentionen als*" zlonistTscrTer Garde in Einklang zu bringen vermögen. Die Haltung unserer Jugend dem K. J. V. gegenüber wird aber noch durch einen Umstand sehr beeinflußt, der vor dem Kriege nicht in Betracht kommen konnte. Vor dem Kriege hatte dasJK.J.J/. bzw. seine beiden Ursprungskartelle eine Art iV^onopolstellung im Zionismus. Die Jugendbewegung war erst im Entsteh n begrffleh, ^e,tTnttfat^gnwyy.aLQn jKZL V*"?I> c er" Geist,,_dort_ wurde von KJ:V-ern ,,gemacjit^. Heute hat diese, vor allem der Blau-Weiß, eine ungeahnte' Ehtwickfüng genommen. Letzterer besonders ist zu einer nach seinen eigenen Gesetzen lebenden geistigen Gemeinschaft geworden. Es leuchtet ein, daß unsere jungen, nicht durch Traditionen mit dem K. J.V. verknüpften Bundesbrüder diesem in, dem Augenblick den Rücken kehren werden, wo sie die Unmöglichkeit sehen, im K J. V. ein gleichwertiges zionistisches Leben führen zu können. Den zweifellosen Ernst, den diese Fragen vom Standpunkte des K. J.V. aus haben, können vielleicht nur diejenigen ganz crmessen, die mit dieser aus dem Blau-Weiß hervorgegangene Jug rid persönliche Fühlung unterhalten und mit ihr auf vielen lebhaften Konventen diese Dinge diskutiert haben. Unsere Versuche, diese K. J. V.-Blau-Weißen vom Blau-Weiß etwas abzulösen und unseren Korporationen innerlich zuzuführen, sind miß hinge i. Es ist aber insofern zu eiier Lösung gekommen, als di B'au-Weißen unter Hinzunahme einiger ihnen nahestehender K. J. V.er sich zu einem nxiejaejnB^exein zusammengeschlossen haben, den sie in das K. J. V. aufgenommen wissen wollen. Sie erstreben hieraurch einerseits j ihre enge Gemeinschaft zu erhalten und weiterhin ihren eigensten Zielen, vor allem der Vorbereitung auf Palästina, leben izu können, andererseits mit dem K. J.V. verbunden zu werden. Dem Kartelltag wird das Aufnahmegesuch des neuen Vereins „Hechawer" vorliegen. 1 ~

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