Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 5-6 (November 1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Stein, Wir und die andern 79 der Tat die Gründe, die uns von einer Mitarbeit abhalten könnten, noch geringer als auf den politischen. In diesem Zusammenhang wäre noch ein Punkt erwähnenswert: Wer weiß bei uns etwas von jüdischer Wohlfahrts]^|kge? Wer weiß, ^fT^TiieT^^ janrein Tausende jüdischer Männer und Frauen ihr Bestes hergeben und die größten materiellen Opfer bringen? Ich frage vorsichtig: Wer weißs aavon etwast Ich habe mich gehütet zu fragen: Wer vonjjns arbeitet dort mit? Die Antwort wäre zu beschämend ausgefaffen. "HETie TruKerir"" Kritik, daß es sich da um Rachmonusarbeit handele, ist uns jetzt hoffentlich zu dürftig geworden. Rachmonus war immer eine der besten jüdischen JEi^en^chaiten und ein jüdischer National^ ' gering achten, weil siejn diesem Fall auf nichts anderem als auf jüdischem Gern e i n s ch a f t s gTfuETlb e r 11 h t. Noch weniger Streit als die wirtschaftlich-soziale Arbeit dürfte die kulturelle entfesseln. Die Wichtigkeit dieser Arbeit, die im wesentlichen oas~ü?Blet der Arbeit in der Gemeinde ^umfaßt, ist immer zugegeben worden. Ccider"TsFTSsrkr*wen ig"getalT"woräen. Und >was getan wurde, wurde durch UnSachlichkeiten getrübt. Das Interesse am Wahlkampf war größer als das an der sachlichen Arbeit,~"äas "Bemühen,' Einzelne^'zcTZ^M^^rm* machen, größer als *däs7 deW Oartzen zu dienen. Auch hier gibt es noch viel zu tun. ' Arbeitsmöglichkeiten gibt es also im deutschen Judentum genug. Es wird Zeit, daß der deutsche Zionismus auch die Verpflichtung zu dieser Arbeit empfindet! Inwiefern müssen wir diese Grundsätze auf die geplante, vorläufig gescheiterte Verständigungsgemeinschaft der jüdischen Jugend anwenden? So einfach wie bei den Organisationen der Alten liegt die Sache freilich nicht. Mit Recht ist hervorgehoben vvorden, jdaß es bei Erziehungsaufgaben der^jugejnd JceXn.e%. Kompromisse^ geben darf. ^e!Estvefständlich" ist, daß" wir Zionisten keine unserer eigenen Jugendorganisationen aufgeben oder schwächen dürfen zugunsten irgend einer neutralen oder zusammenfassenden Organisation. Damit würden wir die Grundlagen unserer ganzen Jugendbewegung untergraben. Mit aller Schärfe m.üßte dies auch bei den neu einzuleitenden Verständigungsverhandlungen betont werden. Trotz dieses Standpunkts, den ja auch die andern Parteiorganisationen einnehmen, ist damit eine Veiständigungsgemeinschaft nicht inhaltlos geworden. Zifnärfist hätte sT^noHffscrle * Äüfgaben, aflein durch ihr Bestehen würde sie das Gefühl der'ZuTämmen^ der jüdischen Jugendalter Richtungen aufreBiTerHaTTen' und stärken. Sie hätte die Aufgabe, jede Aus* schreitung des Parteikampfes zwischen den verschiedenen Jugendorganisationen zu verhindern. Materiejje..........Machtmittel wären ihr dafür durch Schaffung e'nco Ehrengerichts^ in die Hand zu geben, i In zweiter Linie wäre an ein ^v^m^^^J^^^^mA außen zu denken. Die Aktionen ergäben s:ch von Fall zu Fall. Gerade hief*Hatfeh vvir manche Gelegenheit, nach außen zu wirken und dabei noch die Unterstützung der anderen zu erhalten.. Als drittes: Schaffung von gemeinsamen Einrichtungen (Ju- ^endheimet|riffuysen^ Bfoliothekei^usw.). Hier ist man besonders auf unserer Seite übermäßig "skeptisch gewesen. Und das hat seinen. Grund darin, daß man immer wieder nur an Berliner Verhältnisse denkt. In Berlin mag man vielleicht in dieser Beziehung nicht viel anfangen können. Aber in fast allen anderen Gemeinden liegt es anders. In den kleineren, Gemeinden ist eine Zer^m]itterung in Vereine verschiedener Richtung sclion'lms numerischen GriinSjen^ unmöglich. Aber auch in den Mittel-