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Der jüdische Student · 1918-11-01 · Heft 5-6 (November 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 5-6 (November 1918)
Date
1918-11-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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78 Stein, Wir und die andern iührung wir in den nächsten Jahren unsere besondere Aufmerksamkeit zu widmen haben werden. Kenntnis und Beherrschung der jüdischen Geschichte (und Literatur, der hebräischen Sprache und der jüdischen Familientradition. Mit diesem Programm haben wir uns zum erstenmal auf den Standpunkt der Gegenwarts- und der Goiusarbeit gestellt — wenn auch nur in unserem eigenen Kreisen Aber unsere Situation als deutsche Zionisten, die in ihrer Masse gezwungen sein werden, noch jahrzehntelang in Deutschland als Teil des deutschen Judentums zu leben, zwingt uns unerbittlich zu weiteren Folgerungen! Ist es wirklich möglich für uns, uns vollständig von den Problemen und der Arbeit des deutschen Judentums fernzuhalten? Auch hier ist bereits Bresäe Vorurteil. Wir haben die Gegenwartsarbeit in der JDiias£ora^_bej ......,in_ Deutschland. Üeberall sind die Zionisten — und in erster Linie die deutschen Zionisten — eingetreten für die nationalen (Rechte der Ostjuden in ihren Wohnländern. Genau so haben wir schon immer die Interessen der Ostjuden in Deutschland wahrgenommen. Warum soll es aber ein .Verbrechen sein, für die Rechte der deutschen Juden einzutreten und sich am Kampf für ihr Recht fund am Eintreten für ihre Interessen zu beteiligen? Da wir noch lange Glieder des deutschen Judentums sein werden, so können wir es nicht nur rwie bisher als Agitatiousobiekt betrachten, sondern müssen auch an seinen Sorgen «und Arbeiten teilnehmen. Freilich werden wir es aufgeben müssen, auch nur theoretisch die Forderung zu erheben, daß dem deutschen Judentum nationale Autonomie zuteil werde (eine Forderung, die übrigens meines Wissens zum erstenmal Löwenstein in seiner Rede in der Sitzung (der Verständigungsgemeinschaft erhoben hat). Weder können wir erwarten das deutsche Judentum in absehbarer Zeit zu nationalisieren noch Deutschland in einen Nationalitätenstaat umzuändern. Solche Forderungen können uns politisch nur schaden. Es bleibt uns also nur übrig, uns^jmiJKampfe .gegen den Antisemitismus und türjdie Gleichberechtigung, zu beteUigen;_ jSeri TföfTÖT~thrvoT verstehe ItäTnicfit. Ehre und Interesse erfordern den Kampf gleichermaßen. Richtig ist, daß er uns nicht so am Herzen liegt wie Jen anderen und uns immer eine Angelegenheit von sekundärer Bedeutung bleiben wird. Ueberhaupt handeTTlEs^slcB^ der in Frage kommenden Tätigkeiten — die wird bei uns ,und den anderen stets verschieden sein —, es handelt sich nur darumi, .ob wir überhaupt mitarbeiten sollen. Aiuch der harten Kritik^ der Methoden des ..M^f hrkajgaßles % kann ich mich nicht anschließen. Ich will In entfalle Einzelheiten verteidigen, es ist gewiß manches vorgekommen, was unwürdig und unpassend war. Aber wir haben niemals angeben können, wie es im ganzen hätte besser gemacht werden können. In Einzelheiten können wir sicherlich bei einer Mitarbeit bessernd eingreifen, z. B. bei der schon erwähnten Wahrnehmung der Interessen ausländischer Juden. Auch über die prinzipielle Fundierung unserer Teilnahme am Gleichberechtigungskampf als Zionisten brauchen wir uns nicht den Kopf zu zerbrechen. Wir haben dem Staat in schwerster Zeit alles gegeben, Was . wir geben konnten, es darf uns deshalb keine Rechte vorenthalten. Ein einfaches Gefühl, teine einfache Rechnung! { Danach ist es selbstverständlich, daß wir den übrigen wirtschaftlichen tüid^ sozialen Aufgraben eben falls unsere Teilnahme~sc1iFn^ t>er &t^^xßtmg^wid ähnlichen Dingen haben wir ja auch bereits offiziell unsere Zustimmung erteilt. Auf diesen rein materiellen Gebieten sind in

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