Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 5-6 (November 1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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8b Tromm, Zur Tagung der Agudas-Jisroel-Jugendorgmisation gemeinden kann eine Zusammenarbeit nur allen Richtungen .förderlich sein. Die Lehrkräfte für Hebräisch, jüdische Geschichte usw. z. B. sind keineswegs so dick gesät, daß jeder Verein seinen Speziallehrer haben kann. Naturgemäß werden wir Zionisten sogar über den größeren Prozentsatz an Lehrkräften verfügen. Andererseits kann ich es nicht als ein Unglück ansehen, wenn ein Zionist an einem .von einem Liberalen erteilten Geschichtsunterricht teilnimmt. Es müßte ein schiechter Zionist sein, der dadurch erschüttert wird, das Recht zum Widerspruch bleibt ihm ja stets vorbehalten. Jedenfalls muß es doch alle Skeptiker umstimmen, wenn sie hören, daß selbst in .einer so großen Gemeinde wie Ha,mburg eine., gut harmonierende ^Arbeitsgemeinschaft aller Richtungen existiert. 7^. betonen möchte ich, daß bei alledem weniger die Erwägung mitspricht, dem Zionismus Agitationserfolge zu verschaffen. Mit dieser Methode, in neutrale Organisationen zu gehen, um, wenn's Not tut, auch mit Demonstrationen und mit Krach, Propaganda zu treiben, haben wir uns mit Recht unbeliebt gemacht und uns nur selbst geschadet.V Wir wollen in den neutralen Jugendbünden und in den Jugendgemeinschaften mitarbeiten, aus nichts anderem als aus Liebe zum Judentum. Ich bin sicher, daß wir auch so durch unseren Eifer und unser Aufgehen im Judentum alle die Elemente gewinnen werden, die für uns disponiert sind, im übrigen aber den Andersdenkenden Respekt einflößen und die erbitterte Haßstimmung beseitigen, die nicht nur die Atmosphäre vor dem Kriege vergiftet, sondern uns auch schwer in unserer Arbeit gestört hat. Nach w'iq vor steht uns in allererster Linie die unermüdliche Arbeit für den Zionismus, aber als treue Söhne des Judentums wollen wir auch mit unseren andersdenkenden Brüdern überall dort zusammen arbeiten, wo sich uns gemeinsame Arbeitsmöglichkeiten bieten. Zur Tagung der Agudas« Jisroel-Jugendorganisafioti Vcn Erich Fromm (V. J. S*. Sarrmia), Frankfurt a. M. Vor kurzem iand in Würzburg der Bundestag der Agudas-Jisroel- Jugendorganisation statt. Ein Hauptthema der Verhandlungen bildete die Stellung der Agudoh zum Zionismus und die spezielle Frage, ob Zionisten Vorstandsmitglieder von Agudoh-Jugendgruppen werden könnten. Als wir Zionisten sahen, daß ein diese Frage bejahender Antrag abgelehnt werden würde/ verzichteten r wir auf die Abstimmung und entgingen so der Notwendigkeit, den Bruch mit der Agudoh zu vollziehen, ns könnte nun aber auf zionistischer Seite diese. Politik mißbilligt werden und der Gedanke auftauchen, daß bei der antizionistischen Stimmung der Agudoh nun ein Kampf gegen diese beginnen müsse. Ich halte es für notwendig, vor einer solchen Auffassung aufs Eindringlichste zu warnen und die Taktik der Agudoh-Zionisten auf dem Bundestag zu verteidigen, i - Da ist zunächst zu sagen, daß für ,uns gesetzestreue Zionisten (die Agudoh eine viel zu wichtige und auch notwendige Institution ist, als daß uns ihr Schicksal gleichgültig sein könnte :oder wir ihren Untergang mit ansehen möchten. Denn so sehr der Zionismus für die äußere Politik des jüdischen Volkes notwendig ist, ist ifür uns Gesetzestreue die