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Der jüdische Student · 1918-09-01 · Heft 3-4 (September 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 3-4 (September 1918)
Date
1918-09-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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64 Berichte Ruder-V. J. St. Wie in ailen Korporationen wirkt auch bei^uns» das Fehlen der Inaktiven and Burschen lähmend auf das Korporationsleben. Wir sind~darin keineswegs besser gestellt, als die andern Korporationen in Berlin Wenn jwir trotzdem erfolgreicher haben arbeiten können und ein schönes. Korporationsleben gehabt haben, so ist das der Opferbereitschaft unserer in JBeriin anwesenden Alten Herren zu danken, die sich neben ihrer angestrengten beruflichen Arbeit ganz aktiv am Korporationsleben beteiligt halben. So war die Ausbildung unserer Fuxe in zionistischer und gesellschaftlicher Beziehung gesichert. Tendenzfuxenstunde gab Bbr. Ernst Pinn er; die Korporationsfuxenstunde Bbr. L i e m a n n; je eine alle vierzehn Tage. Obgleich wir zwei Fuxenstunden in der Woche für nötig halten, mußten wir in diesem Semester im Hinblick auf die durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse mit einer auskommen. Liemann stellte für sie freundlicherweise seine Wohnung zur Verfügung. Mehr als sonst iäg daher den Leibburschen die Erziehung oh, insbesondere Anregungen und Ueberwachung von Privatlektüre und Privatstudien, auch des Hebräischen. Wir haben aber unsere Ansprüche bei der Burschung nur wenig zurückgesteckt; bei der Burschenarbeit verlangen wir ein ausführliches und unter Benutzung der Literatur sorgfältig durchgearbeitetes Referat, das eine „wissenschaftliche Kommission" auswählt und beurteilt. In diesem Semester ist von Paul Hirsch eine /üursehenarbeit ,,Zur Rassereinheit der Juden", von Schön heim er eine Besprechung des Buches von Feuchtwanger „Die Judenfrage" eingereicht worden. In beiden Fällen haben wir 'mit Rücksicht aul die Verhältnisse des einzelnen Falles von einer mündlichen Prüfung abgesehen. In sportlicher Beziehurfg wären wir allerdings ohne die Zusammenarbeit mit dem Ruderklub Ivria nicht ausgekommen. Bereits im vorigen Semester hatten wir die völlige Fusion unseres sportlichen Betriebes mit dem der Ivria durchgeführt. Sie erwies sich nicht nur in unsrem, sondern auch im Interesse der nationalen Erziehungsarbeit der Ivria als nötig. Die gleichen Ziele beider Organisationen erfordern gleiche Methoden. Beide sind an sich schon darauf angewiesen, ihre Erfahrungen auszutauschen und in gleicher Weise zu verwerten. Für uns aber tut sich hier ein wichtiges Arbeitsfeld auf. Wir vermögen durch unsern Einfluß und unsere Erfahrungen der Ivria wertvolle Dienste zu leisten, von besonderem Wert, da ihre Mitglieder nach einjähriger, höchstens zweijähriger Mitgliedschaft in der Jugendabteilung eingezogen werden und sich beim Militär keine so enge Verbindung der Einzelnen wie bei uns erreichen läßt. Dieser Arbeitsgemeinschaft erwuchsen in der ersten Zeit mannigfache Schwierigkeiten infolge des Altersunterschiedes und mancher alten Vorurteile; auch galt es, erst eine geeignete Form dafür zu finden. Uns .erscheint als besonderer Erfolg dieses Semesters, daß die lieberwindung dieser Schwierigkeiten gelungen und darüber hinaus nicht nur für den Krieg, sondern auch für eine spätere Zukunft eine Zusammenarbeit vorbereitet ist. -Davon später an anderer Stelle. Es sei noch Einiges von unserm sportlichen Betrieb berichtet. Sowohl für uns, wie für die Ivria sind wir zum Prinzip der „Führerschaft" übergegangen. Ein Aelterer übernimmt die Ausbildung eines Bootes von Vier Mann (eines Vierers) sowohl in ruderischer, wie in zionistischer und gesell-

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