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Der jüdische Student · 1918-09-01 · Heft 3-4 (September 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 3-4 (September 1918)
Date
1918-09-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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58 Kutzinsfy Arthur Pelz jBlumenfeld hat recht,. wenn. er. sagt: Pelz, übertrieb nie, weil er,, voll tiefster innerer Wahrhaftigkeit war. Uns, den Freunden, sei es fern, in Liebe zu ihm sein Bild zii verzerren, aber ich kann auch heute bei ruhigerer, .gefaßterer Betrachtung nur wiederholen: „Pelz war wie ein kommender, jüdischer Held." Das habe ich schon früher empfunden, wie Feldbriefe von mir an ihn zeigen. Der jüdische Held schreitet nicht unbekümmert wie der reine Tor durch' die Welt. Er hat vom Baume der Erkenntnis gegessen. Er sieht die Dinge, wie sie sind, in ihrer bald leuchtenden, bald schmerzenden Wirklichkeit. Er ringt mit sich und (den Dingen. Doch auch in ihm ist das Strahlende des Siegers, der Leben .und Tod bezwingt. Unser Pelz war bei allem Kritischen und Zweifelnden ein Schöpfer, der, erfüllt von seiner Lebensaufgabe, in der Wirklichkeit stand und sie zu meistern wußte. Daß nun sein äußeres Tun nicht zur «vollen Entfaltung gelangen kann, macht Uns, seine Nächsten, nicht irre an seinem »überragenden Wert. Arthur Pelz war wie ein jüdischer Held, er war «ein Schöpfer, nicht in der Phantasie, nicht in der Wissenschaft oder Kunst, sondern -im Wirken von Mensch zu Mensch, nach dem letzten Endes ja alles hintendiert. Pelz liebte nicht die satten und die matten Worte und Dinge. Die bequeme Bourgeois Weisheit von der Zeit, die den Schmerz heilt, trifft auf unser Verhältnis zu ihm nicht zu. Wir wollen ihn nicht vergessen, wir wollen auch den Schmerz um ihn nicht vergessen. Doch wollen wir nicht tri sentimentale Gebärden versinken, die ihm so verhaßj waren. E>er Schmerz um ihn rüttle uns auf! Die Stärke des Schmerzes erfülle uns mit neuer Kraft, sein Tun fortzusetzen und zu vollenden! Arnold Kutzinski Eine Würdigung von Pelz' jüdischem Wirken in Königsberg hat uns Bbr. Dr Walter Stein in Aussieht gestellt. Ueber Pelz' Tod berichtete uns Bbr. Sachar folgendes: Im Felde, 3. IX. 18.. „Leider ist es mir erst heute möglich, Euch etwas Näheres über den Tod unseres lieben Bundesbruders Pelz mitzuteilen. Nach meinen Erkundigungen ist Pelz am 15. Juli in unserer Sturmausgangsstellung gefallen. Da ich mit Pelz nicht im gleichen Bataillon war, habe ich Augenzeugen aber nicht sprechen können. Soviel ich jetzt weiß, bekam kurz vor unserm Antreten der Bataillonsstab des III. Bataillons, dem Pelz angehörte, einen schweren Artillerievolltreffer, der Pelz und den Sergeanten tötete, den Unterjarzt und einen Sanitätsunteroffizier schwer verwundete und mehrere leicht verwundete. Pelz sollen neben anderen Verwundungen die Beine abgerissen worden sein. Er war entweder auf der Stelle oder doch unmittelbar darauf tot. Nachdem ich mehrere Friedhöfe abgesucht hatte, habe ich vor drei Tagen sein Grab gerunden. Den Ort werde ich, wenn es möglich ist, (es besteht ein strenges Verbot für Angabe von Ortschaften) mit Skizze .angeben. Noch etwas, was vielleicht für die Hinterbliebenen unseres lieben Pelz von Wichtigkeit ist. Das Grab liegt zwischen unseren Artilleriestellungen im feindlichen Feuerbereich. Doch besteht die Möglichkeit, da -tagelang dort kein Feuer liegt, die Leiche zu exhumieren und zu überführen. Und zwar müßte der Antrag möglichst bald gestellt werden, da Ueberiührungen meines Wissens vom 15. ds. Mts. ab zulässig sind, und was noch *

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