Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 3-4 (September 1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Pidk, Formen und Inhalte das er uns macht. Ich weiß nicht, öb ich Reicht habe, aber (rnk scheint, daß man. einem Menschen bei längerem Verkehr anmerken kann, ob er ein Träger und Verwirklicher unserer Idee werden kann oder nicht. Ueber die lächerliche Art, Füxe auf dem Konvent von der Erörterung wichtiger Fragen auszuschließen, hat Oppenheim schon gesprochen. Kein Fux wird den Anspruch erheben, bei der Besprechung persönlicher, ältere Bundesbrüder betreffender Angelegenheiten anwesend zu sein. Aber jeder Fux, dem -es mit dem K. J. V. ernst ist, muß, fordern, bei sachlichen Diskussionen wenigstens mitreden zu dürfen. Es gäbe noch unendlich viel zu sagen. Man wird rhir vielleicht vorwerfen, daß ich zuviel negiere und nichts Positives vorschlage. Ich bin gern bereit, in einem anderen Aufsatz positive Vorschläge zur Umgestaltung des Kartells zu geben. Vielleicht auch wird der kommende Kartelltag die Möglichkeit einer Aussprache in diesem Sinne bringen. — Nur der Warnung von Hans Oppenheim will ich mich noch anschließen, der Warnung vor dem Selbstmord durch künstliches Aufhalten jeder Entwicklung und Neuerung im' Kartell aus falscher Rücksichtnahme auf die ir» Felde stehenden Bundesbrüder. Formen und Inhalte Von Fritz Pick (V. J. St. Charlottenburg a. H.) Wenn Rosenthal in seinem Artikel ^(J. St. XV. Jahrgang, Heft 1-2, S. 9 ff.) betont, daß eine Reform unseres Gemeinschaftslebens nur durch S'.9ff.)die Erkenntnis ihrer inneren Notwendigkeit gerechtfertigt ist, so muß ihm darin vollkommen beigepflichtet werden. Es will mir scheinen, als ob die Blau-Weiß-Frage nicht gerade der Grand, wohl aber die Veranlassung zur Aufrollung dieser Fragen war. Gerade darin sehe ich aber eine Ausstrahlung der Bewegung, die von dem Gedanken der Freischar ausgehend innerhalb der allgemeinen Studentenschaft auf den Hochschulen Deutschlands — soweit ich es durch die Lektüre der „Hochschule" beurteilen kann — nach einer Neuorientierung der deutschen Studentenschaft und damit einer Umformung der Lebensgemeinschaften strebt (vgl. hierzu die „Hochschule", Jahrgang 1. und 2). Wir sind aber dieser Bewegung durch unsere Entwicklung weit vorausgeeilt. Diese allgemeine Bewegung geht davon aus, daßdie historische Form der alten Gemeinschaften (S.C., Burschenschaft usw.) wegen der Inhaltlosigkeit dieses Gemeinschaftslebens durch den Ernst der Zeit überholt ist und nach Erfüllung mit inneren Leben drängt. Letzten Endes strebt eine Gruppe dieser Erneuerer nach einer Politisierung der deutschen Studentenschaft. Zu diesen angedeuteten Problemen müssen und nehmen alle Verbände je nach ihrer Eigenart Stellung, wollen sie nicht ihre Lebensfähigkeit einbüßen. Jene suchen also erst nach dem Inhalt, den wir von vornherein durch unsere ganze Entwicklung und Idee besitzen. Damit will ich zeigen, daß. von diesem Gesichtspunkt aus diese Ausstrahlung einer allgemeinen Bewegung auf uns, die wir eine Gattung für sich vorstellen, verfehlt ist, weil wir dieser Entwicklung weit vor-