Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 3-4 (September 1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Löwenstein, Jung und Alt der. Zwang dazu muß aufhören, der uns jedem nichtdeutschen Juden als rettungslose Assimilanten erscheinen |äßt und es uns unmöglich macht, Juden aufzunehmen, die für unsere gesamte Arbeit von größter Bedeutung waren. . Um Satisfaktionsverweigerung aus Feigheit zu verhüten, mag der neu eintretende Bundesbruder eine schriftliche Erklärung über seine t Stellung zur Satisfaktionsfrage abgeben, die ihn für den Ernstfall bindet. / » Nichts ist falscher als zu glauben, die jungen K. J.V.-er hätten der* Sinn für Disziplin verloren. Sie, die mit ganzer Seele nach der innigen Gemeinschaft streoen, die mit aller Tiefe erkannt haben, daß* das Wohl des Einzelnen dem der Gesamtheit unterzuordnen ist, und die, wenn sie nach Palästina gehen, sehr wohl wissen,, daßi das Leben dort manches Opfer von ihnen fordert, wissen den Wert der Disziplin wohl zu schätzen. Aber der militaristische Geist, der noch heute unser Korporationslebeix (wenigstens theoretisch, praktisch wird % schon heute vielfach ausgev=rt schaltet) durchzieht, wird verschwinden müssen. Demokratisierung tut uns not. Der Aktive, der die Arbeit macht, mußt sich seine Leitung und sein Semesterprogramm bestimmen, nicht der Alte Herr, der nur zu Antrittskonventen kommt. Daß' jedes Herausbeißen des älteren Semesters, jedes Ausspielen des Alten Herrn gegenüber dem jüngeren. Bundesbruder authören muß, darüber wird man wohl einig sein. Es wird überhaupt manche Aeußerlichkeit unseres Lebens schwinden: f\ müssen, Chargiertenwichs und Zipfel und vieles andere mehr. Wer zu % uns kommt, soll nicht glauben, in eine deutsche Studentenverbindung zu kommen. Schwerwiegender wird die Frage der Keilarbeit sein. Es kann nicht geleugnet werden, daß: die schlechten KeilePSl^e^Öer letzten Zeit ^relativschlecht, obwohl wir in diesem Sommer wieder besser stehen als der K. CJ mit einer gewissen Interessenlosigkeit unserer jüngeren Bundesbrüder für die Keilarbeit zusammenhängt. Je länger man Zionist ist, je weniger Zionismus Sache einer auf Gründen beruhenden Ueberzeugung ist und je mehr er zu einem selbstverständlichen Teil der Persönlichkeit geworden ist, um so schwerer wird es, einen uns gänzlich Fernsteehnden in unsere Gedankengänge einzuführen und sich mit den Argumenten eines widerlichen Assimiiantenmms* herumzuschlagen. Keilarbeit aber muß gemacht werden. Nur ist die Frage, ob wir uns nicht daran gewöhnen sollten, etwas weniger auf die Quantität, etwas mehr auf die Qualität zu sehen und entsprechend die Anforderungen^ J^^JtÜz^ was^jdej^]u5ischen Stand-_ punkt des Kandidate1nr^H!a^X^hölier zu sääu^n^"". .ÖTe 'Intensität unserer *ÄrbTiC die VerTJu^ et unter Elementen, die der Assimilation noch nicht mit Entschiedenheit den Rücken gekehrt haben Umso stärker und erfolgreicher wird dann unsere Innenarbeit sein können. Erziehung für Palästina, Vorbereitung auf Palästina: das ist Sinn und Zweck all unserer Arbeit. Wir brauchen eine intensive jüdische i Durchbildung, um die in Palästina dringend nötige Verschmelzung mit i den Ostjuden nicht zu hindern. Unser heutiger Tendenzunterricht ist I nur eine Vorschule; Erlernung der hebräischen Sprache mit steter Kontrolle j durch Examina (keine Inaktivierung und Philistrierung ohne Nachweis bestimmter, noch festzustellender Kenntnisse), Kenntnis vom Judentum, seinen Bräuchen und Sitten, Kenntnis der Bibel und der jüdischen Geschichte sind erforderlich. Am stärksten, wäre aber Palästinakunde zu treiben, und zwar in der Forin eines Seminars für die Burschen, wo jeder zur Durcharbeitung eines bestimmten Gebietes gezwungen wird. Kenntnis Palästinas, damit