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Der jüdische Student · 1918-09-01 · Heft 3-4 (September 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 3-4 (September 1918)
Date
1918-09-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Lötueiistein, Jung und Alt 43 ist mit den Forderungen des die ganze idealistische Persönlichkeit fordernden nationalen „Ideals.' Und so sehr die meisten in ihrem Bewußtsein den Zwiespalt zwischen Judentum und Deutschtum zugunsten des ersten entschieden, um so mehr hatte das letztere in ihrer Lebensauffassung und Lebensführung einen vollen Sieg davongetragen. Diese Erkenntnis, ist nicht heu, und größer und größer wird die Zahl derjenigen, die, obwohl im Berufsleben stehend, doch bestimmten Möglichkeiten, nach Palästina zu kommen, zustreben, sich gegen die Verwurzelung iin deutschen Erdreich wehren und in dem steten Sehnen und Streben nach Palästina sich die Frische ihres nationalen Sinns bewahren. Und wenigste für sich die Möglichkeit, nach Palästina zu kommen, nur von fern erblicken können, so ist es ihnen höchste Pflicht, ihre Kinder für Palästina zu erziehen. Manchen von ihnen war es nicht möglich, den üblichen Berufswreg zu gehen, es wird ihnen schwer, einem bürgerlichen Broterwerb hier nachzugehen und sie gehen in die Partei, die ihnen die Gewißheit gibt, an unserer Sache ständig zu arbeiten, bis dann der eine oder andere Weg nach £rez Israel führt. Waren es erst nur wenige, die in diesen Gedanken lebten, so sind jetzt Generationen herangewachsen, deren Zionismus ihre persönliche Uebersiedelung von ihnen fordert. Ihnen muß sich das Ziel des Kartells freilich anders darstellen. Das Ziel des K. J. V. (und jeder national jüdischen Jugendorganisation) ist der nach Palästina gehende Bundesbruder. Die heutige Generation fühlt sich nicht mehr in dem Maße deutschjüdisch wie die alte, sie ist palästinensisch und gesamtjüdisch gerichtet. Die Hechaluzbewegung, die heute unsere beste Jugend in Amerika und Rußland für Palästina vorbereitet, ist nicht ein Ereignis aus den Spalten der Jüdischen Rundschau, sie ist unser Leben, unser Sehnen und Empfinden. Was diese jungen Juden wollen, das wollen auch wir: selbst mitwirken am Aufbau unseres Landes in inniger Gemeinschaft und mit den jüdischen Werten, die, in der Kenntnis der hebräischen Sprache wurzelnd, wieder unser werden müssen. Es gibt kein Ost- und Westjudentum mehr, nur ein Unterschied gilt: Palästina oder Caluth Und so sehr gerade die junge Generation mit starker Anteilnahme den Kampf um die nationalen Rechte der Ostjuden verfolgt, so sehr lehnt sie es ab, sich durch Fragen des Galutrr — deren Bedeutung im Westen ja auch unvergleichlich geringer ist als im Osten — in ihrem Palästinastreben beirren zu lassen. Geht man mit diesen Voraussetzungen an unsere K. J.V.er Probleme, so muß freilich manches in einem anderen Lichte erscheinen, als früher. *\y,ir lehnen......es ah. in der Studentenschaft eine Rolle zu spielen, Mag man uns im S. C s^ im "Äüsscihuß. der Studentenschaft eine Rolle spielen oder auf die Gestaltung des Fechtkomments einen Einfluß ausüben: das alles schiert uns nicht, bringt uns Erez Israel nicht näher. All das muß völlig ausgeschaltet werden, bis auf zwei Fälle : wenn es den Schutz ausländischer Juden gilt und wenn patriotische Feiern , einen Ausschluß unmöglich erscheinen lassen. In diesem! Zusammen- 1 hang ein Wort über die Satisfaktionsfrage. Der orthodoxe und der Ostjude lehnen die Satisfaktion ab, als dem jüdischen Gesetz widersprechend und als Assimilation, sie lehnen es ab, bei uns aktiv zu werden, um die studentische Satisfaktion nicht mitmachen zu müssen, solange wir •obligatorische Bestimmungen haben, die dem gesetzestreuen Juden den Eintritt unmöglich machen. Ich bin selbst angetreten und glaube, ich würde Satisfaktion auch geben, wenn das K. J. V. sie nicht mehr verlangte. Aber

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