Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 3-4 (September 1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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"42Löwensfein, Jung und Alt ■ " ~1\ J ' /Wv*^f^/V- ^'-T'^ g ' Verhältnisse eingedämmt werden: sollte. Es würde sich dann zeigen, daß sich das Leben im K. J. V. gegenüber der alten Zeit weit weniger zu ändern hätte, als bei einer Fortsetzung der durch... den JKrieg angebahnten Entwicklung. " i Mit dieser Rede schloß der Konvent. ... Jung und Hit Von Fritz Löwenstein (V.J. St. Hasmonaea u. Ivria-Freiburg A. H.), Berlin Jm Berliner Bezirksverband haben in den letzten Wochen Besprechungen stattgefunden, die wieder einmal bezweckten, über die nicht abzuleugnende und nicht nur für uns, sondern den ganzen deutschen Zionismus beunruhigende Tatsache Klarheit zu gewinnen, worauf die zunehmende Entfremdung zwischen einem Teil der Alten Herren und der Aktivitas nebst einem Teil jüngerer Alter Herren zurückzuführen sei. Es war natürlich ebenso verfehlt, wenn man die absolute Uninteressiertheit und Untätigkeit so vieler Aiter Herren auf das' angeblich schlechte Benehmen der Jugend zurückführte, wie es nicht als Erklärung ausreichen konnte, wenn man auf die im Kriege besonders aufreibende Berufsarbeit hinwies^ wie es : endlich ungerecht war, alles aus dem schlechten Zionismus dieser alten Bundesbrüder verstehen zu wollen, so sehr dies natürlich das Verhalten vieler ausreichend erklärte. Der entscheidende Grund liegt in einer andersgearteten Auffassung vom Zionismus und dem K. J.V. Es wird, wie ich glaube, von beiden Seiten zugegeben, daß die Aufgabe des K.J.V. eine erzieherische ist, also der Wunsch, den Charakter, die Gesamtpersönlichkeit unserer jungen Bundesbrüder in einer bestimmten Richtung zu formen. Welches ist das Ziel dieser Erziehung? Der zionistische Alte Herr, lautet die übliche Formulierung. Darunter-wird verstanden, daß der die Korporation als Alter Herr verlassende Bundesbruder mit der .Judenfrage und dem Zionismus so vertraut und der Sache des Zionismus so ergeben, ist, daß er, wo er auch seinen Beruf ausübt, sich im Dienste unserer Sache betätigt. Die Altherre^ K. J•.Vwird als das feste Rückgrat der ZionistiscTtelT^ land gedacht. Sie soll Proj^gan^ in Jugendveipn^u^^ Recht "hat^lre^^ '3iSesaö^f!a*ssung von d e u t s c h - jüdischen Gesichtspunkten ausgeht. Wie zjpjüsig^ Judentum, ist die Frage, die beantwortet wer- , ^^«*^„. |<;onsequenzen^^eTef^uffassung sind eine starke Wertschätzung umfassender Propaganda, ein besonderes Interesse an den Problemen des deutschen Judentums, eine ausgesprochene Palästinafremdheit und das Fehlen jeden Gleichklangs mit dem; Judentum anderer Länder. Palästina ist nicht das Land eigener persönlicher Zukunft, sondern nur der des Volkes. Man hat hier seine vollgültigen zionistischen Aufgaben zu erfüllen; so gibt man jede Hoffnung auf, selbst nach Palästina zu kommen, und verwächst immer stärker mit deutschem Wirtschafts- und Beruf sieben. Daher resultiert dann wieder in unseren Verbindungen, soweit diese Anschauungen sie beeinflussen, die Abneigung gegen die Ostjuden, das Festhalten deutsch-studentischer Bräuche, die Bedeutung, die der Rolle beigemessen wird, die wir in der Studentenschaft spielen. Das Ziel dieser Erziehung hat versagt und mußte versagen. Man kann nicht zween Herren dienen. Tiefer und tiefer versanken die meisten in den Trott des Alltags, ins Philistertum, das nun einmal unverträglich