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Der jüdische Student · 1918-09-01 · Heft 3-4 (September 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 3-4 (September 1918)
Date
1918-09-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Zwei Konvente 39 sönlichkeit ist, hinreicht, um ihn zum Leibburschen geeignet erscheinen zu lassen, auch wenn ihm korporative Formen fehlen. Bbr. A. (um ihn handelt es sich) führte aus, daß er sich mehrere Semester lang im K. J. V. betätigt, sich .aber dann daraus zurückgezogen habe, -weil er jeden jüdischen Inhalt darin vermißte. Seitdem betätigt er sich im HapoeH nazair. Ihm entgegneten die BBr. Stein und Li e mann. Sie führten aus, daß-die neue Entwicklung des K.J..IV .dazu führe, daßi wir auf jeden Nachwuchs aus anderen als die jüdisch stark vorgebildeten Kreisen verzichten müßten. Wollten wir wie früher auch aus den Kreisen Nachwuchs gewinnen, die dem jüdischen Leben fernstehen (und hierin sehen sie mit unsere wichtigste Aufgabe), so müßten wir zu den alten strengkorporativen Formen zurückkehren. Hildesheimer führte aus, daß Stein und Liemann die Korporation wieder an demselben Punkt beginnen wollen, wo sie vor vier Jahren stehen geblieben sei. Das sei angesichts der starken jüdischen Entwicklung der Jugend eine Unmöglichkeit. Das Ziel unserer Entwicklung müsse vielmehr eine Synthese beider Richtungen sein, d. h. der jüdische Mensch mit korporativer Form. Das -führte dann zu einer " Rede Felix R o s e n b I ü t h s , die an das anknüpfte, was schon andere vorher, z. B. Max Hirsch angedeutet hatten, daß nämlich das K. j. V. im alten Sinne nicht mehr existiere. Rosenblüth führte aus: ,,£s ist unrichtig, den Grund für die Berliner Kriegserscheinungejn im Korporationsieben ausschließlich in äußeren Umständen zu suchen, so wesentlich diese auch dazu beitragen, daß jüngere Bundesbrüder nicht mehr imstande sind, sich auch nur eine Vorstellung von dem alten Geist und Leben der Verbindungen zu machen. Gewiß ist es von wesentlicher Bedeutung, daß anstelle der alten, Geist und Gemüt beflügelnden Ungebunden heil: des über lange Zeiträume fast unbeschränkt gebietenden Studentenlebens die Gebundenheit durch den Hilfsdienst getreten ist, und daß überhaupt ganz^ allgemein auch auf den Daheimgebliebenen die Krlegsstimmung mit empfindlichem Druck lastet. Wichtiger aber sind innere Veränderungen in der ganzen zionistischen Stimmung der jüngeren Generation, die die Stellung zum K. J.V. deutlich beeinflussen, und die unter Umständen den Krieg überdauern werden. Wenn dies der Fall ist, würden wir nach dem Kriege eine Art Neugründung der Maccabaea und überhaupt des K. J. V. vorzunehmen haben. Das alte K. j. V. war im wesentlichen bestimmt durch seine Stellung innerhalb des deutschen Judentums und zum deutschen Judentum. Nach der alten Auffassung ist das K. J. V. die Kampftruppe des Zionismus innerhalb der deutschen Judenheit, seine spezifische, ihm gewissermaßen durch sein jüdisches Schicksal zugewiesene Aufgabe: das Ringen um die Seele der deutschen Juden. Von dieser Stimmung ist in der jungen Berliner Generation so gut wie nichts mehr vorhanden. Sie oder wenigstens ihre Führer, welche die Stimmung bestimmen, sind ausschließlich auf Palästina eingestellt, die deutsche Aufgabe des K. J.V. ist ihnen gleichgültig geworden. Eine Entwicklung, die schon in den letzten Jahren vor dem Kriege begonnen hatte, ist durch den Krieg und unter dem Eindruck der besonderen patästina-politischen Verhältnisse zu rapidem Abschluß gelangt. Auch der Blau-Weiß hat diese Entwicklung wesentlich gefördert. Aber erst im Kriege ist die Front nach Palästina mit solcher Entschiedenheit aufgenommen worden, daß. der einzelne junge, von Palästinaplänen erfüllte Bundesbruder bei dieser Frontstellung zugleich dem deutschen Judentum den Rücken kehrt. Während die alten K. J. V.er, zu unserer Schande müssen wir es heute gestehen, bei und

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