Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 3-4 (September 1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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38 Zwei -Konvente bestehend gelten und die- Nichtsleistenden als schlechtere Zionisten. Unter Äußenarbeit aber sei zu verstehen: sowohl Jugendarbeit in solchen Organisationen, wo es nicht so sehr auf Einzelerziehung, die jedenfalls von anderen geleistet werden müsse, sondern auf Nationalisierung von Gruppen, auf Organisierung der Massen und Vorbereitung, wenn man es so wil]; der Selbstwehr ankomme. Dann aber ist die zu leistende Arbeit der ganze Inhalt der Propaganda im deutschen Judentum, seine Nationalisierung schließlich die Gemeindearbeit, * Das sei die Aufgabe, cler sich auch Zwirn, der Vorkämpfer bei jüdischen Gemeindewahlen, mit Dank unterziehen werde, wenn er einst wieder in der Heimat sei. "wer aber glaube, daßi Zwim im -Kartell die Macht an sich reißen solle, damit es um das innere Leben besser werde, sei in einem schweren Irrtum befangen; dazu sei er ganz außerstande, weil das Kartell, d. h. die Korporationen, der Erziehung dienten, die Zwirn ganz lern liege. Die große Gruppe von Alten Herren, die heute auf Zwirn warteten, weil sie in sich selbst die Initiative nicht besäßen, warteten auf ihn für die Äußenarbeit, nicht für Innenarbeit im Kartell. Und sicher werde jeder, der die Kraft der Führung zur Außenarbeit in sich fühle und sie mit der Autorität der sicher zugreifenden Kraft, begönne, sogleich auch während des Krieges noch eine große Zahl von Bun- 4esbrüdeni um sich sammeln und damit das Kartell von der Stickluft unfruchtbarer Kritik befreien. So sei es auch die Aufgabe der Alt-Herren-Organisation bzw. der Bezirksverbände, wenn auch beileibe nicht die einzige Aufgabe, das Kräftejreservoir für die Außenarbeit zu bilden, und Wenn die weitere Debatte ergab, welchen Wert für den dauernden Zusammenhang gerade der berufsbeschwerten Bundesbrüder mit der zionistischen Entwicklung man den Bezirksverbänden zusprechen muß, so ist doch klar genug geworden, daß die Bezirksverbände eine unfruchtbare, ihnen nicht zukommende Arbeit übernehmen würden, wenn sie sich mehr in die Innenarbeit der Korporationen einmischen wollten, als durch aufmerksame Verfolgung und gegebenenfalls freundschaftliche Kritik auf Grund der Aussprache mit denjenigen Bundesbrüdern, die sich nach Neigung oder Pflichtgefühl der Erziehung widmen. Die Debatte war somit fruchtbar genug. Sie ergab entgegen der aus der schlechten Besetzung des Konvents anfangs entspringenden Verärgerung und Gleichgültigkeit den festen Willen, den Bezirksverband m;it voller Kraft zu stützen und ihn seiner Aufgabe der Wiedererweckung des Gemeinschaftsgefühls zuliebe geegn alle passiven und .aktiven Widerstände durchzusetzen. Die größere Klarheit über seinen Wert, seine Aufgaben, und der verstärkte Wille zur Mitarbeit, beides sind Ergebnisse, die auf .Inhalt und Form der Arbeit des Bezirksverbandes Berlin und der Alt- Herren-Organisation im allgemeinen nicht ohne Rückwirkung bleiben sollten Dr. WalterPinner b) Ein Konvent der V.J. St. Maccabaea-Berlin .....Der dem A. C. folgende B. C. brachte dann eine grundsätzliche Debatte iüber die Grundprinzipien unseres Korporationslebens. Den unmittelbaren Anlaß dazu bot die Genehmigung eines Leibverhältnisses; aber auch ohne diesen zufälligen Anlaß wäre an diesen Abend wohl diese Debatte erfolgt, weil sie nämlich auf einem so entscheidenden Konvente wie diesem notwendig war. Der Ausgangspunkt bildete die Frage, ob die Tatsache,' daß ein Bundesbruder ein ausgezeichneter Zionist und eine ausgeprägt jüdische Per-