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Der jüdische Student · 1918-06-01 · Heft 1-2 (Juni 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 1-2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Oppenfieim, Der Alte Herr und die Korporation 17 dazu gibt mir die Tatsache, daß ich aus manchen Gründen sine irä et studio den Verhandlungen folgen und so verschiedene Dinge vielleicht klarer sehen konnte als andere, und daß es mir möglicherweise dadurch gelingt, überspannte Reformgedanken, wie sie schon jetzt auftauchen und besonders für die Zeit nach dem Kriege zu erwarten sind, auf das rechte Maß zu reduzieren. Der Konvent war gut geleitet, wenn auch die ruhige Sachlichkeit die den ersten Teil auszeichnete, zuletzt zu vermissen war. Felix Rosen,- blüth genießt das persönliche Vertrauen der gesamten Bundesbrüder, und das ist heute im K. J. V. vielleicht die einzige Möglichkeit, die verschiedenartigsten Strömungen, die sich mittlerweile bei größter Dehnbarkeit unserer zionistischen Grundlage entwickelt haben, auf dem Boden eines gemeinsamen Konvents zu vereinigen. Es hat keinen Zweck, den Kopf in den Sand zu stecken und die Kausalität der jetzigen Verhältnisse dadurch zu verkennen, daß man nach einem einzelnen Sündenbock sucht. Ein solcher ist nicht vorhanden. Gewiß) mögen viele von den angeführten Tatsachen mit bestimmend sein. A. H. Klee schiebt die Schuld der Ehe zu. Nun, in einigen wenigen Fällen mag er recht haben. Im allgemeinen wird man aber ruhig sagen können, daß der Bundesbruder, der eine Assimilantin heiratet, wofern er ein wirk licher Ziotiist ist, seine Frau von seinen Lebensanschauungen wird überzeugen können; andernfalls ist er eben kein Zionist und damit re vera kein Bundesbruder, ganz gleich, ob es sich da nun um ein „Weibchen" oder um1 eine willensstarke Frau handelt. Ein anderer Bundesbruder schiebt die Schuld den jetzigen Korporat i o n s v e r h.ä 1 \ n i s s e n zu und merkt nicht, wie er selbst seiner spottet. Ich kann mir nicht helfen, aber die Vorstellung, daß ein erwachsener Mensch eine andere Stellung zur Kommenterziehung haben kann als eine nüchtern objektive, daß er sich gar aufregt und persönlich getroffen fühlt, will mir nicht in den Kopf. Wenn sonst nirgends, so werden die Alten Herren, die wirklich in der Korporation airbeiteii wollen, in diesem Punkte kaum ernsthafte Widerstände zu überwinden haben. Nur gegen die Uebertreibung nach dieser Richtung wird man sichi immer wenden. Aber wer will denn das? 1 Weder Alter noch äußere Würde schaffen die Autorität, sondern einzig und allein geistige Ueberlegenheil, welche sich natürlich auch auf die Erfahrung gründet! — Nein, das ist nicht der Grund für das Fernbleiben der Aelteren. Wieder ein anderer Bundesbruder meint die Schuld in der zionistischen Anschauung der Jüngeren zu erblicken. Dieses Thema ist schon in minderten von Diskussionen besprochen worden, und ich kann mich kurz fassen: 1. Wo in der Welt hat man es je erreicht* die Meinung eines» anderen dadurch umzustoßen, daß man sich von ihm fernhielt? 2. Wo hat man jemals eine fremde Ansicht durch äußere Mittel der Disziplin geändert? 3. Ist der Zionismus so eng und entwicklungsunfähig, daß man nichts mehr zulernen kann — sei es auch von Jüngeren? 4. Ist es nicht Pflicht jedes Zionisten, solche, die er für Niehtzionisten hält, zu beeinflussen? Ich möchte einen Satz von Felix

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