Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Oppenheim, Der Alte Herr und die Korporation der Inaktive in Jugendbünden, im Blau-Weiß, im« Bar-Kbchba usw. arbeiten. Während der ersten vier Semester gehört der Aktive nur seinetr Verbindung, die möglichst seine ganze freie Zeit in Anspruch nehmen vmuß. Die Uebermittlung des umfangreichen Wissens wird viel Zeit in Anspruch nehmen, sportliche und gesellige Veranstaltungen werden die übrige Zeit ausfüllen. Ein wöchentlicher Wandertag und möglichst zahlreiche mehrtägige Ausflüge werden dem Zusammenschluß am meisten dienen. Die deutsche Kominentkneipe und der deutsche Fechtbetrieft das Rückgrat der deutschen Verbindung, sind für uns unbrauchbar. Was wir an die Stelle der Kommentkneipe setzen werden, wird erst die Praxis lehren. Fechten werden wir natürlich müssen, so lange wir die unbedingte Satisfaktion haben. Die Erörterung all dieser Einzelfragen führt zu weit, ich' will ja hier nur einen Grundriß geben. Nun zu den Forderungen an den Alten Herrn. Der Alte Herr muß dem Bezirksverbande Alter Herren des K. J. V., in dessen Mitte er seinen Wohnsitz hat, angehören. Der Bezirksverband weist ihm seine politischzionistische Tätigkeit an. Außerdem gehört der Alte Herr dem' Altherrenverband seines Ringes an. Der Bezirksverband ist eine Arbeitsgemeinschaft, der Ringverband ist eine menschliche Gemeinschaft. Das vereinigende Moment muß die immer stärker werdende Verknüpfung mit Palästina werden. Von einem Alten Herrn meines Ringes verlange ich, daß er entweder selbst nach Palästina geht oder seinen Kindern eine Erziehung ui|d einen Beruf gibt, der es diesen ermöglicht, in Palästina .Wurzel zu fassen. Derjenige Alte Herr, dessen erwachsene Söhne wieder in der Diaspora leben, muß aus seiner Verbindung ausscheiden. Dies ganz kürz der Aufriß, des Kartells und eines mir besonders am Herzen liegenden Rings. Fast jeder von mir erwähnte Gegenstand bedarf einer eingehenden Besprechung. Mir liegt hier nur daran eine der herrschenden zentralistischen entgegengesetzte Entwicklungsrichtung anzustreben und zu erfahren, ob meine Gedanken über die Zukunft des Kartells Anklang finden oder nicht. Besonders liegt mir an Meinungsäußerungen derjenigen Kartellbrüder, die nach Kriegsende weiterstudieren und den Stamm der Verbindungen bilden werden. Von ihnen und dem Stamm Alter Herren, die an Verbindungsorten sitzen, hängt unsere zukünftige Entwicklung in der einen oder andern Richtung ab. Ganz kurz möchte ich den Inhalt meiner Ausführungen zusammenfassen im dem einen Satz: den Kartellbruder sollst du achten, den Bundesbruder aber sollst du lieben, mit der freundschaftlichen Liebe des Mannes, dem edelsten Gefühl, dessen wir Menschen fähig sind. Der Alte Herr und die Korporation Von Hans Oppenheim (V.J. St. Maccabaea-Berlin i. a.B.), Berlin Unter dem Eindruck eines großen Berliner Konvents, dejr zur Intensivierung der Altherren-Arbeit im K. J. V. und zur Besprechung des kommenden Semesters einberufen war, schreibe ich diese Zeilen. Anlaß