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Der jüdische Student · 1918-06-01 · Heft 1-2 (Juni 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 1-2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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WunderfiS, Umgestaltung des Kartells 15 zelnen Verbindungen autonom. Eine jede Verbindung kann also ihre Leute nach ihrem Wunsche erziehen, nur muß sie dafür bürgen, daß ein jedes ihrer Mitglieder dem für das gesamte Kartell aufgestellten zionistischen Mindestprogramm genügt. Das Präsidium hat das Recht, sich durch den Kartellsekretär bei den Burschenprüfungen davon zu überzeugen. Ich gehe nun dazu über, kurz zu skizzieren, wie ich mir den Ring von Verbindungen denke, dem ich als Alter Herr angehören möchte. Ein solcher Ring darf höchstens fünf Verbindungen umschließen. In den Verbindungen eines Ringes muß die gleiche Erziehung gewährleistet sein. Viersemestrige Aktivität» Inaktivität bis zum Abschluß des Studiums, Generaldispens nur im Examenssemester. Aufnahme kann nur einstimmig erfolgen nach einer zweimonatlichen Verkehrszeit. Nach Möglichkeit sind nur Füxe, die einer Verbindung empfohlen sind, zu keilen. Die Zahl der Aktiven soll 15 nicht überschreiten. Die Aktivität zerfallt in eine zweisemestrige^Fuxen- und zweisemestrige Burschenzeit. Ist nach zweimonatlicher Verkehrszeit die einstimmige Aufnahme erfolgt, dann hat sich der Fux einen Leibburschen zu wählen. Der Leibbursch ist dem Konvent gegenüber für seinen Fuxen verantwortlich. Der Konvent hat das Recht, ein Leibverhältnis zu trennen. Wenn ich von Konvent spreche, so meine ich immer nur den Burschenkonvent. Brandfüxe müssen an den Burschenkonventen teilnehmen, haben aber keine Stimme. Am Ende des zweiten Semesters findet die Burschenprüfung statt. Nach bestandener Burschenprüfung wird der Fux ein Bursch. Während seiner Burschenzeit kann der Bursch eine Charge bekleiden mit Ausnahme der ersten Charge und des Fuxmajors. Erstchargierter und. Fuxmajor kann nur ein Bundesbruder, der älter als vier Semester ist, werden. Der Eirstchargierte hat seine Aufgabe darin zu sehen, die Tradition seiner Verbindung lebendig zu erhalten. Der Fuxmajor hat die menschliche Entwicklung seiner Füxe zu leiten, er hat den verantwortlichsten Posten. Ueber die Aufgaben des Fuxmajors, vom säubern Kragen angefangen bis zur sexuellen Ethik, spreche ich vielleicht ein andermal. Die Zulassung zum Burschenexamen ist von der Zustimmung des Fuxmajors abhängig, er bürgt für den menschlichen Wert des angehenden Burschen. Gegenstände der Burschenprüfung sind: jüdische Geschichte, Geschichte des Zionismus, Bibelkunde, Palästinakunde, Grundlagen landwirtschaftlicher Kolonisation mit besonderer Berücksichtigung palästinensischer Verhältnisse, Grundbegriffe der hebräischen Sprache, Geschichte des Kartells, der Verbindung, der Leibfamilie. Selbst bei intensivster Arbeit wird dieser Lehrstoff in zwei Semestern nicht zu verarbeiten sein. Ich schlage daher Ausarbeitung eines viersemestrigen Planes vor mit einer Prüfung nach zwei Semestern (Burschenprüfung) und einer Prüfung gegen Ende des vierten Semesters vor der fnaktivierung. Nach vier Semestern Aktivität kann sich1 der Bursch inaktivieren lassen. Unsere Besten müssen aber noch in späteren Semestern aktiv bleiben, um in dieser Zeit den Posten des Erstchargierten und Fuxmajors übernehmen zu können. Die größere Zahl, wird aber inaktiv werden und hat nun ihre Aufgabe darin zu erblicken, während der Inaktivenzen: allgemein zionistische Aufgaben zu erfüllen. Je nach seiner Neigung soll

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