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Der jüdische Student · 1918-06-01 · Heft 1-2 (Juni 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 1-2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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8 Deutscßmann, K. J. V. und Kriegsteilnehmer - HI. Von Walter D e u t s c h m a n n (V. J. St. Breslau i. a. B.) Die Frage., was aus unseren Kriegsteilnehmern werden solle, ist in der Tat eine der wichtigsten, die uns jetzt beschäftigen müssen. Worin liegt denn eigentlich die Ursache der Vorwürfe, die man unsern Kriegsaktiven daheim machen zu müssen glaubt und die auch viele andere von uns auf Grund eigener Erfahrungen als berechtigt anerkennen? Ist es nur ein neuer Gedanke, der durch den Einfluß, der Jugendbewegung und den Glauben an die persönliche Ueberlegenheit der Jungen gegenüber den Aelteren Gegensätze schafft? Keineswegs; denn als im, Frieden noch die erste Blau-Weiß-Generation in den B. J. C. kärii; entstanden trotz aller neuen Gedanken und Meinungsverschiedenheiten derartige Gegensätze auf dem Gebiete des Takts kaum. Der Schwerpunkt liegt vielmehr darin, daß durch den Krieg die bisherige Erziehungsmethode im K. J. V., die in einer direkten Fortentwicklung von Generation zu Generation, von Semester zu Semester bestand, durch das plötzliche Verschwinden der älteren und auch der meisten jüngeren aktiven Bundesbrüder abbrach. Damit ging leider eine Menge Tradition verloren,: die trotz allen guten Willens nicht ersetzt werden konnte, damit litt, verstärkt durch das oft bedauerte Versagen der zurückbleibenden Alten Herren, der Zusammenhang zwischen den Jüngeren und den Aelteren, derselbe Zusammenhang, den wir hier draußen bei Zusammenkünften im Felde so freudig empfinden und zu Hause auf Urlaub nur zu häufig missen. Man wende nicht ein, daß durch die Rückkehr der älteren Aktiven und deren gereifte Erfahrung alles ins richtige Geleise kommen werde; ihrer harrt eine Unmenge versäumter Berufsarbeit, und davon abgesehen dürften die trüben Erfahrungen und der Schmerz über Lücken in unseren Reihen, die ihnen ein gut Teil ihrer zu unserer Arbeit so notwendigen Jugendlichkeit genommen haben, sie für das Verbindungsleben zunächst nicht in Betracht* kommen lassen. Der Gedanke einer Ernennung zum Alten Herrn ist beachtenswert; aber solange dann der Alte Herr neben dem' Fuxen die Kollegbank drückt, bleibt diese Seite des Problems eine Frage des Takts; und Takt ist eine der notwendigen Grundlagen unserer Bundesbrüderlichkeit. Die Frage der zionistischen Weiterentwicklung der Kriegsteilnehmer ist" meines Erachtens nach verschiedenen Gesichtspunkten zu behandeln. Soweit es sich um aus ihrer Aktivität herausgerissene Bundesbrüder öder zionistisch vorgebildete Füxe handelt, habe ich durchweg die Erfahrung gemacht, daß gerade die Sehnsucht nach unserer Arbeit sie draußen zu einer intensiven jüdischen Betätigung, 7um mindesten im Hebräischlernen und der Beschäftigung mit der Bibel, bringt. Ja, ich stehe nicht an zu erklären, daß auch in jüdischer Beziehung die bei ihnen eingetretene Stagnation geringer ist als die in der Verbindung daheim; klagt doch erst neulich ein Rundschreiben der Breslauer Verbindungen über die Aeußerlichkeit. des Betriebs, während ältere Bundesbrüder gelegentlich ihres Urlaubs die Erfahrung machen, daß die beim- Burschen-

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