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Der jüdische Student · 1918-06-01 · Heft 1-2 (Juni 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 1-2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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6 Rosenßfüth, K. J. V. und Kriegsteilnehmer Die Frage ist, was ist bisher getan? ist genug getan? gibt es Mittel zur Besserung? Den Zusammenhang aufrecht zu erhalten, und — bei cien aktiv gewordenen Bundesbrüdern — herzustellen, dazu dienen Rundschreiben, Fuxenbriefe, J. St., organisierte Zusammenkünfte im Felde; und damit erschöpft sich so ziemlich alles. Mir scheint der Fehler nicht darin zu liegen, daß man zu wenig tut, sondern daßi man alles ohne das richtige Verantwortungsgefühl und Verständnis tut. So wie für den Truppenführer im Felde Verwundete zwar liebe und gute Kameraden sind, für die man sorgen muß* die aber den „Betrieb stören", so sind die Bundesbruder im Felde — bei aller Liebe und Anhänglichkeit an sie — bisher doch als betriebsstörend empfunden worden. Ich sehe die verschiedenen Rundschreibenverfasser unwillig den Kopf schütteln. Ihr nicht, liebe Bundesbrikier, seid schuld! schuld ist das System! Nur so. sind Vorkommnisse zu erklären, wie sie Poike gezeigt hat, wenn im Kartell eine falsche Stimmung, ein ganz verkehrtes Gefühl herrscht für die im Felde stehenden Bundesbrüder. Wenn statt liebevollen Grüßen oder besser mit liebevollen Grüßen eine organisierte systematische Arbeit verbunden wäre, würden keine Klagen aus dem Felde dringen. Wenn man das Verantwortungsgefühl, das man früher für den einzelnen in der Verbindung hatte; übertragen würde auf die Abwesenden, wenn man sich für die geistige Entwicklung der Füxe im Felde so verantwortlich fühlte wie für die der Anwesenden, wenn man organisatorisch nur einen kleinen Teil von dem für die Kriegsteilnehmer leistete, was man innerhalb des Verbindung tut,- wäre schon viel gebessert. Aber das war eben der Grundfehler — daß man die Verantwortung für diese über die Korporation hinausgreifende Arbeit nicht kontrollierte, daß man Entschuldigungen wie Zeitmangel (so etwas gab es schon im Frieden nicht!) und ähnliches ungeahndet ließ. Es ist jetzt nicht an der Zeit, darüber mehr zu sagen, die Heimkehrenden werden Rechenschaft verlangen und werden alte Maße anlegen. Ich möchte einige praktische Vorschläge machen, dfe' vielleicht Besserung schaffen werden, mindestens aber, das hoffe ich, unsere Organisatoren und Pädagogen auf den Plan rufen. Organisatorisch sollte man dem Beispiel der Berliner und Königsberger Verbindungen folgen und für Kriegsteilnehmer etwa folgendes beschließen : 1. Jeder Bundesbruder wird nach zweisemestriger Zugehörigkeit zum Kartell, falls nicht besondere Gründe dagegen sprechen, von seiner Verbindung auf seinen Antrag geburscht. Wo Examensmögiichkeiten bestehen, soll von ihnen Gebrauch gemacht werden. Bedingung ist Examen nicht.. 2. Jeder Bundesbruder wird nach fünfsemestriger Zugehörigkeit zum Kartell von seiner Verbindung auf seinen Antrag, falls nicht besondere Gründe dagegen sprechen, inaktiviert, und 3. nach zehnsemestriger Zugehörigkeit zum A. H. ernannt.

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