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Der jüdische Student · 1918-06-01 · Heft 1-2 (Juni 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 1-2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Rosenßfütß, K. J. V. und Kriegsteilnehmer 5 Krieges ohne oder doch mit kleinen Unterbrechungen mitgemacht haben, d. h. gleichzeitig nicht viel vom Studium verloren haben, müßten dem Kärteil ein Semester opfern, um in der Uebergangszeit Erstchargierte und Fuxmajore zu sein. Die eigentliche Schwierigkeit erhebt sich dagegen, wenn wir feststellen wollen, wie es zu vermeiden wäre, ciaßi die K. J. V.¬ Ausbildung der aus dem Felde Kommenden vernachlässigt bliebe. Daß auch sie Semester opfern, um sich dem K. J. V. zu widmen, können wir kaum verlangen; andererseits wird nach dem Kriege ein Wettlernen beginnen, das in der Studienzeit wenig Raum für die Teilnahme am Verbindungsieben übrig lassen wird. Man könnte schließlich diejenigen Kriegsteilnehmer, die mindestens ein volles Semester mitgearbeitet haben, ais Inaktive behandeln und streng auf ihren persönlicnen Konnex mit der V.J. St. achten; aber die Anwendung einer derartigen Maßnahme wird zur Unmöglichkeit bei denen, welche die obige Bedingung nicht erfüllt haben. Ich muß gestehen, daß ich für dieses letzte Problem keinen Weg zu einer halbwegs befriedigenden Lösung habe finden können. Als Vorbereitung, deren Resultate m. E. für den Wiederautbau von großer Wichtigkeit sein würden, möchte ich eine Rundfrage des Präsidiums vorschlagen, in der genau festgestellt wird, wo, wieviel und welche Friedens- und Kriegssemester, in welcher Rangstellung und welchen Aemtern jeder Bundesbruder am Verbindungsleben teilgenommen hat, und wie sich seine ökonomischen und Studienverhältnisse voraussichtlicn bei Kriegsende gestalten werden. * * * II. Von Leo Rosenblüth (V. J. St. Maccabaea Berlin A. H.) Es ist eigentlich ein trauriges Zeichen, daß. erst im vierten jähr des Krieges das Interesse an der Frage erwacht, ob für den Nachwuchs und für alle, die sonst im Felde stehen, genügend getan wird. Eines kann ich nicht grundsätzlich anerkennen, nämlich daß auf uns, die wir im Felde sind, irgend eine Art von „zarter Rücksicht" genommen werden soll. Ich glaube, der Standpunkt ist sowohl dem „Daheimgebliebenen" (richtiger wäre: denen zu Hause; denn wie viele waren schon draußen!!) wie dem Kriegsteilnehmer gegenüber falsch. Ich kann che Verachtung, die mancher den „Nichtkombattanten und D. U.¬ Leuten" zollt, nicht teilen. Sie sind ja auch nicht daran schuld, daß sie das Glück haben, unsere Sache jetzt aufrecht zu erhalten, ebensowenig, wie die meisten, die draußen sind, irgend einen Vorzug für ihr Kämpfen genießen. Wir müssen sowohl auf den feldgrauen Dünkel verzichten, wie wir Rücksichtnahme auf unser feldgraues Dasein zurückweisen. Nicht irgend welche organisatorisch zu regelnden Unebenheiten sind der Grund zur Besorgnis, nicht die Angst davor, daß man im Kartell nicht anerkannt wird, sondern nur eines kann für all unser Handeln maßgebend sein — die zionistische Aufgabe.

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