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Der jüdische Student · 1918-06-01 · Heft 1-2 (Juni 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
15 (1918-1919)
Issue
Heft 1-2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Der Jüdische Wille 3 theoretischer, hoch tiefsinniger, sondern daß wir anders, d. b. ein spezifischer Ausdruck des K. J. V. und seines Lebens sind. Das wird nicht durch Programm-Artikel und nicht durch Verbindungsberichte erzielt. Was gegen Programm-Artikel einzuwenden ist, haben wir bereits gesagt. Und Verbindungsberichte — viele haben sie, wie Zuschriften lebten, vermißt. Aber jetzt, wo die Korporationen nicht existieren, müßten sie in ihrer für. die Oeffentlichkeit bestimmten Aufmachung noch viel unleidlicher wirken als in normalen Zeiten, wo sie in ihrer Einförmigkeit und Unwahrhaftigkeit bereits unangenehm genug wirkten. Und — um es immer wieder z& betonen — es ist ein Irrtum, anzunehmen, daß auf den Außenstehenden wirken kann} was wir selbst als unecht empfinden. "Die Verbindungsberichte werden jetzt auf das vorteilhafteste durch die Feldbriefe aufgewogen. Sie scheinen uns das Wertvollste, was wir bis zurzeit in der Art bringen konnten. Es ist wirklich erfreulich', zu lesen, wie der K. j.V.er die neuen jüdischen Eindrücke im Osten aufnimmt und wie er anderswo in der Zusammenkunft mit Bundesbrüdern und in der Erörterung uiiserejr Fragen etwas wie Urlaubsstimmung empfindet, ein Gefühl des Zuhauseseins, das ihm wieder über lange Zeit weiter hilft. Das kann uns tatsächlich: niemand nachmachen; das ist K.-J.V.er-Geist. Und das Beste darajtt ist, daß diese Briefe nicht zur Veröffentlichung geschrieben, sondern von uns aus Privatberichten zusammengestellt wurden., Aber es gibt noch eine ganze Reihe von Fragen, die spezielle K. J. V.er-Fragen und doch von weit über unsern Rahmen hinausreichender Bedeutung sind. Hierher gehört in erster Linie das Problem der Mischehe, das wir nicht zufällig gleich im ersten Hefte erörtert haben. Es ist unsere Aufgabe, hier zu einer eindeutigen Entscheidung zu kommen. Die Organisation kann das nicht; und die übrigen Zeitschriften können nur die mehr oder weniger belangvollen Aeußerungen einzeln geben. Für uns aber wird aus der Erörterung die endgültige Entscheidung einer großen und maßgebenden Gemeinschaft herauswachsen. Zu diesen besonderen K. J.V,er- Fragen gehört ferner die Diskussion über eine Umgestaltung unserer Korporationsform, wobei es auch an der Zeit ist, die Frage nach dem Wert und der Notwendigkeit der unbedingten Satisfaktion aufs neue aufzuwerfen. Auch diese Erörterung ist von allgemeiner Bedeutung. Ihr Resultat wird unser Verhältnis zum Blau-Weiß, zu dem Kreis um das Siedlungsheim und schließlich zu allem, was sich an positiven jüdischen Kräften jetzt und in Zukunft regt, bestimmen. Alles in allem: die Möglichkeit zur Mitarbeit ist jedem einzelnen — ob er nun schreibt oder nicht — in reichstem Maße gegeben. Wir können nicht mehr als den Weg dazu zeigen und immer Wieder um eure Hilfe bitten. — Rein technisch ist noch folgendes zu bemerken: Das zweite Heft wird an die bis jetzt aufgegebenen Keilfüxe auch weiter versandt; an die Interessenten nur dann, wenn wir mit einer kurzen Begründung noch einmal ausdrücklich dazu aufgefordert werden. Die Aufgabe neuer Adressen von Keilfüxen und Interessenten ist auch diesmal erwünscht. Natürlich kann die

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