Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Der Jüdische Wille Der Jüdische Wille Das erste Heft des „Jüdischen Willen" hat, soweit uns bis jelzt Kritiken vorliegen, bei den Bundesbrüdern größeren Beifall gefunden als bei der Redaktion. Wir brachten dies erste Heft mit dem uns vorliegenden Material mehr deshalb heraus, um endlich einen Anfang zu machen, als weil wir in ihm den Ausdruck der geistigen Leistung, zu der das Kartell fähig ist, oder gar den Spiegel des K. J. V., dieser besondern und bestimmten Gemeinschaft, gesehen hätten. Nun soll ein gewisses geistiges Niveau — wir betonen das noch) einmal — keineswegs dadurch erzielt werden, daß, wir Beiträge nur unserer Fähigsten oder bekannter Nicht-K. J. V.er zusammenstellen und dies als Produkt des K.J.V. ausgeben. Zu erreichen ist, was uns vorschwebt, nur durch intensivste Mitarbeit jedes einzelnen. Wir müssen wirklich die Möglichkeit haben, zu „redigieren", d. h. aus einer Fülle nach Beiträgen das Wertvolle zu sichten, und dürfen nicht gezwungen sein, zu drucken, was uns gerade zugeht, nur weil wir der Oeffentlichkeit eine Zeitschrift angekündigt haben und dazu Material brauchen. Es ist durchaus nicht notwendig, daß nun jeder Aufsätze verfaßt. Ebenso wertvoll sind Anregungen mancherlei Art: Hinweise auf Themata, die für uns von Inteitfesse sind, auf Bücher, die bei uns besprochen werden müßten. Am' wünschenswertesten wäre es, wenn sich Bundesbrüder fänden, die das Referat über bestimmte Gebiete übernähmen; um nur einige zu nennen: die Vorgänge in der deutschen Studentenschaft (bei der sicherlich zurzeit auch Reformbestrebungen im Gange sind); Neuerscheinungen der ostjüdischen Literatur; Palästina und Palästinaliteratur; Vorgänge in der. Orthodoxie; regelmäßige Berichte über unsere eigene Jugendbewegung, und vieles andere mehr. Es kann gar keine Frage sein, daß wir mit der Zeit unibedingt zu einer solchen von Sachkennern geschriebenen und eingehend informierenden „Rundschau" kommen müssen, wie sie in klassischer Weise die Soziaiistischen Monatshefte in regelmäßigem Turnus bringen, und in normalen Zeiten ohne eine solche gar nicht hätten beginnen dürfen. Unsere sogenannte „Einzelheiten" sind ein schwacher Ansatz dazu. Aber das können die Redakteure aus eignem! nicht ändern; dazu bedürfen wir der Mitarbeit anderer. Wir erwarten, daßi diese Aufforderung den Erfolg hat, daß sich bereits jetzt einige Bundesbrüder, denen ihr Aufenthalt in der Heimat oder Etappe die Möglichkeit dazu gibt, für die Berichterstattung über ein bestimmtes Gebiet zur Verfügung stellen. Wir bitten auch um die Uebermittlung gelegentlicher „Lesefrüchte". Man stößt so häufig in Büchern auf irgendwelche Sätze, die von uns oder für uns geschrieben zu sein scheinen, und es ist eine kleine Arbeit, diese herauszuschreiben und uns unter genauer Angabe des Buches und der Seitenzahl einzusenden. Die Hauptaufgabe aber bleibt, dem „Jüdischen Willen" das Gepräge des K. J. V. zu geben. Die Zeitschrift hat keine Existenzberechtigung, wenn sie nur eine mindere Ausgabe des „Juden" oder des „Jerubbaat" ist. Es kommt nicht darauf an, daß wir besser, d. h. noch gescheiter, noch