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Der jüdische Student · 1918-03-01 · Heft 10-12 (März 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 10-12 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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92 Der Jüdische Stüdent stäutfcn sei, auf die man verzichten mü|sse, denn die entwickle iden jungen Menschen nicht weiter. Der Blau-Weiße hälfe sich 4e!fi älte-: ren Studfenten gegenüber für ztanisti&ch fertig. Ich habe ähnliche ungünstige Urteile auch von anderer Seite gehört, womöglich hoch schärfer. Der -Blau^Wüß krankt , also an' falscher.-.Erziehung^ M$?f nes Erachtens ist ein Mensch) und wen'n er auch sämtliche päda-. gogischen Schriften bisi auf Rein, Meumänn und Stern beherrsch^ noch kein Pädagoge. Hirnverbrannt aber ist es, das jugendliche' Un-; ge-stüm des 16 jährigen, in dem das Nervensystem so sehr labil ist, noch durdh ungenügende Lektüre oder Gespräche zu untere stützen. Was, ja was können wir solchen Menschen-noch üetefiv wenn" sie schon seit frühestem Jugend gewohnt sind, alles untere die kVitische Lupe zu nehmen? „Wenn das Präsidium wirklidr einigen Einfluß besitzt,* so muß esunter allen Umständen dahnif wirken, ,daß iiet Blau-Weißi Führer in unserem Sinne erhält. Keine Sterngucker, sondern Wirklichkeitsmenschen. Vieles riecht mir übrigens im Blau-Weiß nach Mode. — * Aber auch wir haben unsre Nachteile; wie ich vorhin schone bemerkte. Nach innen und nach außen. - . ' iZum ersten sind da unsre empfindsamen Nerven. Es muß auf einen jungen Fuxen den deinkbar ungünstigsten Eindruck ma* chen, wenn sich ältere Bundesbriüder in wenig schöner Weise befehden. TDie Meinung eines , Jeden Bundesbruders hat ^iu gelten^ sofern sie unsrem Kartell nicht schädlich ist. Mundtotmachen Und gar Kliquenwesen sind das Gemeinste,- was ich min für leine Verbindung wie die unsrige denken kann. Wir, stammen aus keinem einheitlichen Milieu, 'hab'em audh kfine einheitliche xjüdische Erziehung. Aber «deshalb hat auch ,kein Bundesbnuder das Recht, dem anderen ^Mangel an jüdischerri Empfinden usw. anzudichten bderj ihn sonstwie ^zu desavouieren. Es schadet gar nichts, wenn der eben geburschte Bundesbruder mehr zühörti als selbst das Wort führt. Wir toben genügend -Alte Herren und ält^e Bundesbrüderr die über äie nötige Kenntnis der] schwebenden Fragen verfügen. Zum zweiten yie noch immer vorhandeileKtieipe,; Darüber können ja äie Meinunigen geteilt .sein, denn jeder liebt einwandere Form der /Geselligkeit. Ich für meinen Teil lehne die Kneipe* ab, weilsie gewöhnlich rnit ünjüdisdien ,,Saufsitte#" verbunden ist, die «ich für unsere Geselligkeit«, nicht schicken- Besser, wäre .es> mehrere Male in der Woche gesellige Abende zu Veranstalten, wo jeder sich feu dem Kreise gesellen kann,;"an... dessen-• Untobaltulng und Beschäftigung Ter teilnehmen will. Zudem ist grade ein Ziemlich beträchtlicher fTeit der jüngeren Bundesbrüder abstinent, oder nahezu. Also, ^warum sie fingen, eine Bierfarce mitzumachen? Ueber den fWert der unbedingten Satisfaktion — besonders nach dem Kriege kann im an auch geteilter Meinung sein. Glaubt man1 wirklich fabcih, ein {Tüttelchen mehr Achtung öder ein Sinken des lAntisemitisImus dadurch zu erreichen? Den bedaure »chr

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