Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1918-03-01 · Heft 10-12 (März 1918) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 10-12 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537721-3537729--4208-3541954
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Judische Student m bäridermahn« treffen. Die innere und die organisatorische Geschlossenheit des K. J. V. muß selbstverständlich erhalten bleiben, und diese Forderung bildet das Kriterium, nach dem wir die Berechtigung aller Reformwünsche beurteilen. Das K.J.Y, repräsentiert eine reifere Altersstufe als der Blau Weiß, seine Arbeit hat deshalb eine größere Schwere und Wucht. Der Zionismus, der für den Blau-Weißen im wesentlichen Gefühlserlebnis ist, erfährt im K. J. V. seine gedankliche^ Klärung und Festigung. Bei uns erst wird er für die meisten wirklich fürs Leben verankert. Der Sache nach werden wir so weit wohl fast alle übereinstimmen. Aber man sollte dem, was wir meinen, nicht die Formulierung geben, dem Blau-Weiß gegenüber müsse „die Würde des K. J.V." gewahrt werden. Sie verlockt zu einer äußerlichen, „korporativen" Auffassung des Problems und hat an manchen Stellen vielleicht schon Sichaden angerichtet. Mit der Erkenntnis, wie die Blau-Weiß-Bewegung historisch und psychologisch einzuordnen ist, ist zwar noch keine Lösung der von ihr aufgeworfenen Fragen gefunden. Immerhin aber hat sie ihren praktischen Wert. Wenn wir sehen, daß es sieh nicht um einen Angriff auf das K.J V. handelt, weil wir gerade das K.J.V. sind, sondern um eine allgemein-zionistische Angelegenheit, als deren Repräsentanten ytir sozusagen zufällig den Blau-Weiß uns gegenüber finden, so muß uns. das unsere Stellungnahme dazu und insbesondere unsere Einstellung zu der anderen Organisation sehr erleichtern. Es ergibt sich nämlich, daß wir die uns vom Zionismus gestellte Aufgabe nicht gegen-, sondern miteinander zu lösen haben. K.J.V. und Blau-Weiß Von Karl Qoldenberg (V. J. St. Ivria-Freiburg A. H.), Thorn Der K. J. V.-Tag stand unter dem Zeichen der Blau-Weiß-Frage. Das Problem spitzte sieh mehr und mehr zur Erziehungsfrage für das K.J.V: zu. Ein Blau-Weißer müßte also unter allen Umständen für uns gewonnen: werden können. Woran liegt es nun, daß ein Teii dieser Jungen sich dagegen sträubt, bei uns aktiv zu werden? Liegt es an uns; oder am Blau-Weiß? Ich glaube an beiden. An uns insofern, als win im Kartell- und speziell Verbindungsleben noch vielfach an Formen hängen, die für die jungen nichts Jüdisches bergen, Im Gegenteil abstoßen müssen, obenan die Kneipe. Am Blaü-Waiß insofern, als ich aus manchen Reden des K. J. V.er- Tags den Eindruck1 gewann, als segelte man dort mit deim Winde leiner weiffremden Romantik. 1 Es ist vom Uebel, wenn sich Blau-Weiße für fertige Zionisten halten. Ich glaubhier sündigen die Führer sehr viel.; Anstatt die Jungen in der Natur .lach Herzenslust selig werden zu lassen, pfropfen sie das arme Kinderhirn — 14- bis 17 jährige sind noch Kindeit — mit allerhand Krimskram voll Die natürliche Folge 'ist dann der Glaube, daß' somit thre Entwicklung im Blau-Weiß vollendet und das K. J. V. eine jämmerliche In-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.