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Der jüdische Student · 1918-03-01 · Heft 10-12 (März 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 10-12 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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#) seien, so ziemK es sich für uns durchaus nicht, ihn einfach^ als eine Majestätsbeleidigung abzuwehren und uns in vollem Wichs und mit blänk gezogenen Schlägern zur Verteidigung vor ihnen aufzupflanzeri. Wird von einer Seite, , der wir zum mindestens die Anerkennung ihres ehrlichen zionistischen Strebens nicht versagen können, eine sachliche Kritik an uns geübt, so ist es unsere Pflicht, die Berechtigung dieser Kritik zu prüfen. Ob das Verlangen nach einer Revision von innen heraus erwächst — wie es wünschenswert wäre — oder ob es von außen an uns herangetragen wird, ist für die sachliche Berurteilung ganz unerheblich Im übrigen : wie steht es denn in Wirklichkeit mit den sogenannten korporativen Formen?. Unsere Verteidigung, wir hatten die deutschstudentischen Formen, die wir übernähmen, mit einem eignen jüdischen Leben erfüllt, glauben wir doch selber nicht Früher mochte diese Argumentation hingehen Die Frage war für uns noch nicht akut, anderes erfüllte uns und gab unserem Leben einen zionistischen Inhalt. Immer-» hin hatten wir auch damals schon in unseren stillsten Stunden das Gefühl, daß in diesem Punkte nicht alles richtig sei, und mit fortschreitender Entwicklung, d. h. Differenzierung, verfeinert sich das Gefühl dafür, was uns entspricht und was nicht Ich rede hier keineswegs einer radikalen Abschaffung der korporativen Formen das Wort. Die Klassifizierung Fux — Bürseh Alter Herr, in deutschen Korporationen etwas ganz Aeüßerliches, haberpwir z. B. in der Tat mit einem eigenen Inhalt erfüllt, indem wir sie zu einer Rangordnung. zionistischer Reife entwickelten, und stören können uns dabei eigentlich nur d*egojischen Bezeichnungen für eine Jüdische Sache. Wir weiden diese Klassifizierung, gerade auch den Füxen aus dem Blau-Weiß gegenüber, festhalten und nur eine stärkere Verpflichtung empfinden, sie menschlich zu rechtfertigen. Aehnlich geht es, wenigstens mir. persönlich, mit der Kneipe.. Der Name ist ärgerlich und vieles allzu deutsche Drum und Dran möchte man missen; aber wenn Kneipen heute in weiten Kreisen so verhaßt sind, so führe ich das viel mehr auf die persönliche Unzulänglichkeit ihrer Teilnehmer zurück. Jeder von uns Aeltereh hat sehr schöne* sehr jüdische Kneipen erlebt, die uns im Ernst und Scherz deutsche Studenten nicht nachmachen können. Aber dazu gehören etwas Temperament und Gleichgestimmtheit der Teilnehmer. Aus Holz lassen sich keine Funken sehlagen — eine Beobachtung, die man leider auch dann macht, wenn man unsere Geselligkeit älles unjüdischen Beiwerks* entkleidet hat Im VorieseArnit anschließender Diskussion vermag ich jedenfalls nur einen traurigen Notbehelf, einen Ersatz für wnldiche Geselligkeit zu erblicken. Ais wirklich überlebt, unserem Empfinden fremd geworden und schädlich, weil für den Ostjuden abstoßend* muß man die unbedingte Satisfaktion bezeichnen. Wir werden uns nach dem Kriege beeilen müssen, sie abzuschaffen <<.. Man soll ruhig Stück für Stück unseres korporativen Bestandes einer Revision unterziehen und alles fallen lassen, was sich nicht menschlich und zionistisch rechtfertigen läßt. Uebrigens bleibt dem Blau-Weiß auf diesem Gebiete auch genüg zu tun übrig: »Klampfe« klingt nicht hebräischer als. »Biermusik«, und der Wanderer, der in »Kluft« auf »Fahrt« ■ geht, möge sich nur unterwegs mit dem »Drei-

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