Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 10-12 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Mir liegt vor allem daran, die 'i^^k^in^U^rfrage überhaupt zur Diskussion zu bringen. Ich handle darin in Uebereinstimmung mit einer Anzahl seit langem im Felde stehender Bundesbrüder. Ein mehrmonatiger Briefwechsel mit ihnen hat die vorstehenden Ausführungen gezeitigt Mögen sich recht viele von denen zum Worte melden, lür die diese Zeilen geschrieben sind! Bemerkungen zur sogenannten Blau-Weiß-Frage Von Erich Cohn (V. J. St. Maccabafca-Berlin A. H.), Berlin Man kann dem Blau-Weiß und den Forderungen, die er an uns stellt, nur dann gereiht werden, wenn man erkannt hat, daß die Frage, die den vorigen K. J. V.-Tag beschäftigte: wie machen wir unseren Nationalismus wesenhafter? und das Problem- Blau-Weiß und K. J. V. das wir auf dem letzten K. J. V.-Tag behandelten, identisch sind. Diese Tatsache ist auf dem K.J..V.-Tag fast durchweg — Calvary ausgenommen — nicht erkannt worden, und daran liegt es, wenn wir mit einem unbefriedigenden Ergebnis auseinandergingen und die praktischen Auswirkungen der Debatte zum Teil recht ungünstig sind. Die Ablehnung der korporativen Formen durch Blau-Weiße, ihr Widerstand gegen die Art der Vergesellschaftung, die das K- J. V. darstellt, sind nur S y m p t o m e. Das muß, festgehalten werden; niemand darf darin das Wesen des Problems sehen. Die Kritik an den Formen, in denen sich das Leben des K* J. V. abspielt, geht zurück auf das Gefühl und die Einsicht, daß diese Formen unserer inneren Welt nicht entsprechen. Man verlangt, daß alles Erreichbare dazu getan werde, um diese Diskrepanz zu überwinden, daß unser Zionismus ausdem Reich der Abstraktionen in das der Realitäten überführt werde. Daß das im vollen Maße nur in Palästina geschehen kann, ist eben diesen Kritikern am besten bekannt, und deshalb sind sie es, die mit der Uebersiedlüng nach Palästina selber Ernst zu machen bereit sind. Aber sie sagen, und wir mit ihnen, daß die Unmöglichkeit, im Galuth alles zu erreichen, uns nicht von der Verpflichtung entbindet, wenigstens 'das Mögliche zu tun. Unser Leben hier soll sich nicht nur, im besten Falle, durch Negativa von dem eines Nicht-Zionisten unterscheiden. Es ist öfter hervorgehoben worden, daß der Unterschied zwischen K. J. V. und Blau-Weiß ein Unterschied „ der Generationen sei. Mit Recht/ Aber was heißt das? >. Jede folgende Generation übernimmt als Erbgut den geistigen Besitz der vorangegangenen. Von ihm geht sie als von etwas Selbstverständlichem aus. Die Mühe und die Arbeit, die ihre Vorgänger auf den Erwerb verwandten, imponieren ihr weiter nicht, und eine schöne Rücksichtslosigkeit hat noch immer den ausgezeichnet, der selber vorwärts wollje. ,.\ . //