Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 10-12 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Leüte und Nichtkombattanten spielen im Kartell eine geachtete, mitunter angesehene Rolle, ihnen1 gleichaltrige oder womöglich ältere Kriegsteilnehmer werden wie Strohpuppen behandelt. Hier könnte man mir erwidern, die Kriegsteilnehmer hätten für das Kartell nicht so viel geleistet wie die andern. Gewiß. Soll man aber ihre persönlichen Opfer, die, wie ich oben dargelegt habe, auch dem Kartell zu gute kommen, niedriger einschätzen als positive» Arbeit? ich verkenne keinen Augenblick, wie schwer sich die Läsung der von mir aufgeworfenen Frage gestaltet. Fürs erste ist es erforderlich, den Kriegsteilnehmern eine Art Mitarbeit in der Verbindung auch während des Krieges fcu ermöglichen. Ich gebe gern £u, daßi das Präsidium in letzter Zeit in anerkennenswerter Weise für die im Felde stehenden Bundesbrüder gesorgt hat. Aber mögen sie selbst täglich ein Rundseihreiben und jede Woche einen Jüdischen Studenten erhalten, so kann ihnen alles r nicht den freudigen Genuß ersetzen, den eine positive Mitarbeit im Kartell und in der Verbindung bereitet. Darum schlage ich folgendes vor: Jede Verbindung sendet an die im Felde stehenden Burschen jeweils die Tagesordnung des nächsten Konvents und ersucht um Aeußerungen dazlu, wie das ja vereinzelt bereits geschehen *st Die einlaufenden Antworten sind nicht nur vorzulesen, sondern müssen auch berücksichtigt werden. Und ferner möchte ich noch an die daheimgebliebenen Bundesbrüder die Bitte richten: Zeigt Eucih gegen die Jrlauber aus dem Felde etwas verständnisvoller als bisher! In übler Lebenslage bedarf man, um sich aufzurichten, angenehmer Erinnerungen. Das sind für die meisten K. J. V.er harmonisch verlaufene Zusammenkünfte mit Bundesbrüidem. Wenn der Feldsoldat auf Urlaub weilt, will er von neuem angenehme Erinnerungen sammeln. In dieser Absicht sucht der K. J. V.er, wenn er aus dem Felde kommt, die Zusammenkünfte dieser Bundesbruider auf. Gewiß» mag dabei mancher, der lange draußen gewesen ist, bei den «änderen den Eindruck erwecken, als habe er hundert Jahre im Kyffhäuser geschlafen; so veraltet sind seine Ansichten. Gewiß mag mancher, der sich den Vorgesetzten-Ton bereits allzusehr angewöhnt hat, mehr mit dem Säbel rasseln, als gut ist. An Euch Daheimgebliebenen Ist es, etwas zarte Rücksicht zu üben und Eure Verachtung nicht in verletzender Weise zu zeigen. Und wenn, wge es vorgekommen ist, ein kaum dem Fuxenalter entwachsener Bundesbrucfer m einem älteren, der eben aus dem Felde kommt, sagt: Was verstehst du davon, Öas K. J. V. sind wir! (sc. die D. u.-Leute und noch nicht Mannbaren), so ist das eine Taktlosigkeit, auf die eigentlich nur das berüchtigte Wort Unbundesbrüderlichk'eit paßt. Das ist jn'. E. das für den Augenblick! 'Erforderlichste. Von Vorschlägen für später sehe ich für meine Person Zunächst ab^