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Der jüdische Student · 1918-03-01 · Heft 10-12 (März 1918) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 10-12 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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dauernden! Zusammenhang mit dem Kartell bleiben. Sie kommen hier so wenig in Frage wie die inj der Garnison oder im Felde stehenden Alten Herren. Denn es bedeutet für das Karfell keinen großen Unterschied, ob ein Alter Herr als praktischer Arzt in aijiem Städtchen der Provinz Posen sitzt oder sich etliche Kilometer weiter östlich als Stabs- oder Landsturmarzt in einem Lazarett betätigt. In beiden Fällen ist es Sache der neu zu gründenden Alt-Herren-jOrganisation, die Anteilnahme ihrer Mitglieder am Leben des Kartells zu regeln. Bei dem Worte „Kriegsteilnehmeru denke ich vielmehr an diejenigen aktiven und inaktiven Burschera, an die Füxe, auch an die sogenannten Kriegsfüxe, die ihr Studium und damit auch ihren Werdegang im Kartell haben unterbrechen müssen und ihrer eigentlichen Tätigkeit weit entrückt sind. Ihre Heldentaten, die nicht wenige von ihnen bereits mit ihrem Leben bezahlt haben, ihr Opfermut, mit dem sie ständig die schwersten Strapazen ertragen, gereichen nicht nur ihnen, sondern auch dem ganzen Kartell zur höchsten Ehre. Sie haben mehr von der Welt Und den Menschen gesehen, sind reifer und erfahrener geworden, als sie fcs hätten werden können, wenn sie daheim ihrem Studium nachgegangen wären. Nach ihrer Rückkehr werden sie daher zu den wertvollsten Elementen im Kartell gehören. Wie aber wird sich ihre Stellung gegenüber den anderen Bundesbrüdern gestalten? Solange es schien, als würde der Krieg hur von kurzer Dauer sein, konnte man über diese Frage hinwegsehen. Anders liegen die Dinge heute, nach einer Kriegszeit von mehr als drei Jahren. Ein besonders krasses Beispiel, das aber durchaus nicht selten ist, möge das veranschaulichen! Ein Bundesbruder, ckr Ostern 1913 oder 1914 aktiv geworden war, trat bei Kriegsbeginn als Freiwilliger ins Hjeer fein. (Ganz nebenbei s£i hier darauf hingewiesen, daß das Präsidium im August 1914 in einem besonderen Aufrufe die Bundesbrüder aufforderte, Sich kriegsfreiwillig zu melden.) Er hat auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen alle nur erdenklichen Strapazen mitgemacht, ist wiederholt verwundet worden und kommt vielleicht als Offizier hach Hause zurück. In der Verbindung ist er -aktiver Bursche geblieben oder anstandshalber geworden. Ein anderer Bundesbruder, dem ersten an Jahren und Semestern gleich, vielleicht unter ihm, ist zunächst überhaupt hicht eingezogen .worden und hat auch später als Soldat die Heimat nicht zu verlassen brauchen; heute ist er bereits Alter Herr. Soll nun nach Beendigung des Krieges jener Bundesbruder zu diesem, der es ja im Kartell weiter gebracht hat, „aufblicken" müssen? Man wende mir nicht ein, durch gegenseitigen Takt würde sich alles von selber Hegeln. Ich seihst und auch andere Bundesbrüder haben bereits auf Urlaub Erfahrungen machen müssen, die gerade keinen günstigen Ausblick für die Zukunft eröffnön. D. u.-

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