Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 63 Kartelltag Stimmrecht haben wie dieKorporationen. Kein Bezirksverband darfjedoch mehr als zwei Stimmen Haben. So wird dafür gesorgt* daß die ^Aktiven niemals überstimmt werden können. Der Einfluß der durch die Beztfksverbände vertretenen Alten Herren ist ausreichende gewahrt», da jSie auf dem Kartelltag weniger durch ihr formales Stimmrecht, ate durch jjhre persönliche Wirkung zur Geltung kommen. Das Präsidium soll auf 21 Mitglieder verstärkt werden. Zehn Mitglieder müssen in Berlin die Geschäfte führen, die anderen müssen außerhalb- Berlins wohnen. Die Mitglieder des Präsidium? dürfen nicht als Vertreter einer Verbindung oder eines Bezirksverbandes gewählt werden. Als Personen müssen sie vom Kartelltag erwählt werden, da nur so die Möglichkeit gegeben ist, daß alle Richtungen, auch wenn ihre Anhänger geographisch nicht zusammenwohnen und über das Kartell verstreut sindr im Präsidium vertreten sind. So haben wir auch die Möglichkeit, nicht nur (die Vertrauensmänner einzelner Gruppen, sondern die Bundesbrüder zu (wählen, die dem ganzen Kartell als die brauchbarsten Männer für die Leitung erscheinen. Das Gesamtpräsidium wird nur einigemal im Jahre zu Sitzungen zusammentreten. Immer dann, wenn es sich um die Entscheidung grundsätzlicher Fragen handelt, mindestens aber zweimal in jedem Semester. Die laufenden Geschäfte erledigt der in Berlin sitzende Ausschuß. Da das Präsidiumalle grundsätzlichen Fragen in Vollsitzungen zur Entscheidung bringt, und die Beschlüsse dieses Präsidiums! große Autorität haben werden, wird jeder organisierte Stunk von vornherein kräftig unterdrückt werden- und unsere Kartelltage werden endgültig von persönlichen Auseinandersetzungen befreit bleiben, wenn die führenden Männer des Kartells zu allen jdie Sachlichkeit der Verhandlungen störenden Angelegenheiten schorc vorher -Stellung genommen haben werden. So ^nachsichtig wir in unserem Urteil gegenüber Alten Herren seift sollten, lund so richtig es ist, daß wir jeden Bundesbruder der älteren Generation iaus den Besonderheiten seiner Lebensbedingungen zu verstehen 'versuchen, so unerläßlich ist es, daß wir für die Zugehörigkeit m unserem Bunde bestimmte Grenzen ziehen müssen, jedem von uns muß es jklar sein, daß es Dinge gibt, die, ohne daß, darüber debattiert zu werden braucht, für die Zugehörigkeit zu unserem Bunde entscheidend sind. (.Menschlich wertlose Elemente zu halten, schwächt uns und raubt uns ,die Freude am Kartell. Diese menschlich Wertlosen machen es uns* auch ^unmöglich, gute jüngere Elemente zu gewinnen, die von der Zugehörigkeit jener zu unserem Kartell wissen. Unsere guten Keflfüxc. sind viel unduldsamer als wir in'allen Fragen der persönlichen Wertung. Ich bin nicht der Ansicht, daßt man die Pflicht der Alten Herren mechanisch* auffassen;solI; man 'kann nicht von jedem die gleiche Leistung verlangen: Aber von jedem muß unbedingt gefordert werden, daß er sich offe& zu allen Bundesbrüdern, mit denen - er zusammen wohnt, bekennt daß er sich vin allen öffentlichen jüdischen Angelegenheiten untadelig verhält. Wer sich von den Bundesbrüdern trennt, sich vom jüdischen Leben bewußt