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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 64)
Language
German
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64 Der jüdische Student Zurückhält lind durch seih Verhalten die Einheitlichkeit unseres; Ätlffretens »hindert* der muß im Interesse des K. J. V. ausgemerzt werden* denn er schädigt unsere Arbeit. '; Üeber (Alte Herren sollen nur Altef Herren zu Gericht sitzen,- Die Entscheidung darf aber nicht ein Ehrenrat fällen. Der Ehrenrat besteht immer nur aus wenigen Mitgliedern, ist zufällig zusammengesetzt- und und entscheidet ganz allgemein über die moralischen Qualitäten. Bei diesen Entscheidungen handelt es sich aber im allgemeinen nicht darum, ob jemand honorig gehandelt hat oder nicht, sondern ob wir ihn weiter in unserer Gemeinschaft dulden können. Deshalb soll nicht ein Ehrenrat, sondern der Konvent der Alten Herren des BezirKsverbandes dfe Entscheidung fällen. Nur der Bezirkverband, in dem die zionistische Arbeit •der Alten Herren sich abspielt, hat auch ein Urteil über den Wert eines Bundesbruders. Der Bezirksverband ist die Organisation, in der uns die Möglichkeit gegeben ist, wirksam die zionistische Arbeit der Alten Herren zu fördern. Ejine ßonderorganisation neben dem Kartell der Aktiven ist eine Unmöglichkeit. Durch diese Organisation würden wir das zionistische Leben in Deutschland aufs schwerste gefährden. Ich möchte nicht auf -einen Delegiertentag kommen, nachdem ich mir vorher in den entscheidenden Fragen auf dem Alt-Herren-Tag des K. J.V. die Majorität gesichert habe. Wenn die zionistische Akademikerschaft auf unseren politischen .Tagungen geschlossen auftritt, so würden wir mit Recht die größte Verstimmung bei allen anderen erregen, denen schon heute der akademische Einfluß; zu stark ist. Wir wollen als fertige Zionisten in der großen jüdischen "Welt wirken, in der wir hier immer einen entscheidenden Einfluß haben werden. Lelewers Vorschlag würde praktisch dazu führen, daß wir auf Delegiertentagen mit gebundener Marschroute erscheinen würden. Gibt es übrigens eine jüdisch-politische Frage, die besser auf einer Alt-Herren- Tagung als auf einem Delegiertentag erörtert werden könnte? Wenn es aber politische Fragen gibt, die für uns ein besonderes Interesse haben, dann soll das ganze Kartell sich mit ihnen beschäftigen. Lächerlich wirkt die Furcht vor der Politisierung des K. J. V., die immer von denen ausgesprochen wird, die es gerne in ihrem Sinne politisieren möchten. Unsere Aufgabe ist es, daß wir als Führer der jüdischen Jugendbewegung, als Fortsetzer zum Beispiel der Blau-Weiß-Erziehung, unsere Bundesbrüder zur jüdischen Politik führen und sie zu politischen Menschen heranbilden. Wir wollen doch mit ihnen einmal politische Arbeit leisten! Wichtig für unsere Arbeit und für die von uns zu schaffende jüdische Jugendbewegungist der geeignete Kartellsekretär. Das Kartell wird nicht auskommen ohne ein besoldetes Präsidiumsmitglied, das seine ganze Arbeit dem Kartell und der jüdischen Jugendbewegung widmet. Es ist für uns eine Aufgabe, diesen Menschen zu finden, der, getragen vom Vertrauen -des Kartells, die Seele unserer Erziehungsarbeit sein muß.

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