Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Der Jüdische Student schon von den Versagern" gesprochen worden, und ich muß sagen, wenn ich die Frage mir konkret gestalte, so steht mir jeder .Bundesbruder 4er noch nicht Alter Herr ist, näher als ein Alter Herr, den ich für •einen Versager iialte. Die Lehensgemeinschaft, die wir bilden .müssen, hat 5hre Grenzen in anderer Richtung, aber wir müssen sie bilden ohne Unterscheidung zwischen den Bundestnüdern, die Alte Herren sind, und denen, die es noch nicht sind. Meines Erachtens bleibt nur die Frage übrig zu losen: Gibt es besondere Aufgaben, die nur von Alten Herren für sich allein gelöst werden können? Ich sehe zwei Hauptfragen der Alten Herreu: ~ 1. die persönliche Alt-Herrenfrage, 2., die Gemeinschaftsbetätigung der Alten Herren, Für die erste Frage: wie kann der einzelne Alte Herr uns erhalten werden? ist eine besondere Alt-Herren-Organisation nicht nötig, Hier muß, was geschehen muß, in erster Reihe vom Präsidium aus; geschehen, als der Zentralstelle des Kartells. Vielfach wird auch die persönliche Alt-Herrenfrage von der örtlichen Organisation behandelt werden können, also vom Bezirksverband, von der Verbindung usw. Es bleibt, die Frage, ob die Gemeinschaftsbetätigung der Alten Herren eine besondere Organi- -saeion notwendig macht. Hier wird man einen Unterschied machen müssen fischen der Erörterung von Problemen und der praktischen Betätigung. "Was die Erörterung von Problemen anbetrifft, so stehe ich hier auf Pelzs Standpunkt. Es gibt kein Problem, das vor ein Forum gehört, das nur aus Alten Herren besteht. Auclv der Standpunkt in der Mischehenfrage muß vor dein ganzen Kartell nachgeprüft werden. Und die Betätigung der Alten Herren? Stellen wir uns vor, daß große, die zionistische Welt bewegende Fragen akut werden und daß sich die Bundesbrüder auf Grund ihrer Stellungnahme dazu entscheiden müssen: wen sollen wir znm Delegierten iür den Kongreß oder Delegiertentag wählen? Soll man solche Fragen in einer Alt-Herren-Organisation lösen? Das scheint mir unmöglich. ^Gerade unsere Anschauungen über den Geist des K, J. V. bedingen es doch, daß kein Majoritätsbeschluß dahin gefaßt werden kann, Delegierte der einen oder der anderen Richtung zu wählen. Ich glaube, es können immer nur spezielle Fragen der Betätigung wie z. B. Eintritt in eine Loge u. a.; m Betracht komsnjen, und da genügen die Organisationen, die wir haben. Die meisten Fragen dieser Art werden immer in dem betreffenden Bezirksverband oder in der Verbindung gelöst werden können. Blumenfeld: Der K. J.V.-Tag darf nicht ohne~ eine formelle Ent- -Schließung in der Frage der Organisation der Alten Herren auseinandergehen. Ich schlage deshalb vor, daß vom Präsidium eine Resolution vorbereitet wird, in der der Wille des K. J. V.-Tages unzweideutig zum Ausdruck frommt damit der; nächste ordentliche Kärtelltag eine feste Grundlage vorfindet. Nicht .die Altherrenbün-de sondern die Bezirksverbände bedürfen des Ausbaues.; Örgänisatoris»ch lassen sich nur die - Alten Herren; die zusammen wonnen , wirksam erfassen; Die Bezirksverbände sollen auf dem