Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 59 sondern die auch andere Kreise enthalten wird. Eine Trennung in der Leitung des Alt-Herren-Bundes von der Leitung des anderen Kartells halte ich nicht für gut. Es ist die ganze Angelegenheit überhaupt nicht so sehr eine Frage der Organisation; den Zweck der Diskussion sehe ich vielmehr hauptsächlich darin, eine einheitliche Stimmung und einen einheitlichen Willen bei den Alten Herren zu erwecken, damit sie endlich einmal in eine lebendige Gemeinschaft gebracht werden und sich eins fühlen in allgemeinen jüdischen Fragen mit allen anderen Alten Herren. Auf organisatorischem Gebiete ist vielmehr zunächst nur das» zu verlangen, idaß die Alten Herren in der Provinz und der verschiedenen Richtungen größeren Einfluß auf die Leitung des Kartells erhalten, und deshalb bin ich für die Erweiterung des Präsidiums, wie sie von Fischer vorgeschlagen worden ist, und wie ich sie schon vor ihm verlangt habe. Pelz: Die Frage, wie die Neuordnung der Alt-Herrenschaft geschehen soll, hat schon eine Klärung erfahren. Nur Lelewer hat für sich selbst gesprochen. Alle anderen haben ihn abgelehnt. Ich glaube, daß Nathan und Löwenstein schon alles gesagt haben und will mich auf Untershreichuingen beschränken. Ist der Ausgangspunkt der Alt-Herren-Frage, nämlich das Versagen vieler Alter Herren, allein ein Mangel unserer Erziehung^ Löwenstem hat das bejaht und deswegen bessere Erziehung als: Lösung der Alt-Herren^ Frage gefordert. Bei einem großen Teil der Alten Herren ist es zweifellos so; aber das Problem der Alten Herren ist nicht durch intensivere Erziehungsarbeit .allein zu lösen, sondern es ist auch nötig, besondere Organisationsformen zu schaffen, die diesen Geist als dauerhaftes Intensivem erhalten. Sie sollen die Alten Herren, dfe^lokal sehr auseinander wohnen und infolgedessen nicht die Wirkung des gegenseitigen Beispiels auf sich ausüben lassen, zus'amimen bringen, so daß aus dieser Gemeinschaft' eine Steigerung ihrer Aktivität entsteht. Diese Organisationsformen dürfen aber nicht so lussehen, wie Lelewer es vorschlägt. Das führt zu einer Spaltung des Kartells in zwei verschiedenartige''Teile. , Erstes Gebot bei aller Diskussiion über die Alt-Herren-Fra<>e ist, alles zu vermeiden, was die natürliche Tendenz des Auseinandergehens zwischen Alt uno. Jung, zwischen zwei Generationen verstärken kann, was die Em? heit des Kartells gefährden kann: Es ist die Pflicht gerade der Alten Herren, darüber zu wachen, daß die Tradition, in der sich diese Einheit earstellt, erhalten bleibt, und mit Besonnenheit an dem, was uns eint, festzuhalten. Es ist Hauptaufgabe der Alten Herren zu versuchen, diese historische Einheit der Zeiten und Geschlechter dieses wunderbare Zusammenstimmen von -andersartigen Generationen zu erhalten. Eins .est dabei wichtig: die Alten Herren, die sich aktiv erhalten haben, haben sich in erster Reihe dadurch aktiv erhalten, daß sie sich immer bemüht habeh, den Anschluß an die Jugend nicht zu verpassen. Das wollen wir festhalten und 4as mußatich in der Organisationsform der Alten Herren züatt