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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 58)
Language
German
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58 Der Jüdische Student Herren festgestellt werden, die den Zusammenhang mit dem Kartell zvl vermitteln haben und daß, die Alt-Herren-Bünde als Vertretungen der Alt- Herrenschaft mit de,m -Kartelltag anerkannt und mit Stimmrecht ausgestattet werden. Die Beteiligung am Leben des Kartells muß zum Ausdruck gebracht werden, indem der Alt-Herren-Bund das Stimmrecht auf dem Kartelltag eingeräumt erhält. Joseph Loewy: Das Wesentliche, was zu der Alt-Herrenfra.ge gesagt werden konnte, ist bereits gesagt worden, und wir dürfen zu dem Präsidiuni das Vertrauen haben, daß es die Angelegenheit im Sinne der Majorität erledigen wird. Wichtig im Hinblick auf die organisatorische Behandlung der Sache scheint mir nur noch die Frage, welches Ziel unsere Organisation heute verfolgt. Hier werden nämlich zwei Gesichtspunkte dauernd miteinander vermengt, und zwar der eine, daß unser Kartell eine Sammlung möglichst aller jüdischen Akademiker darstellen soll, während eine andere Tendenz sich dahin geltend macht, daß wir uns darauf beschränken sollen, besonders wertvolle Menschen zu gewinnen, lediglich eine Auslese tatbereiter, opferwilliger Leute zu organisieren. Beiden Richtungen gleichzeitig gerecht zu werden, ist nicht möglich; denn diejenigen, die eine umfassende Organisation fordern, müssen ganz andere Wünsche in bezug auf Organ isla tionsf ragen stellen, als die Anhänger der zweiten Richtung. Ich für meine Person neige der letzteren Auffassung zu, da die Bereicherung, die unser Kartell durch die Mitläufer erfahrt, in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen steht. Diese nur genießenden Elemente gehören nicht in unsere Organisation. Sie mögen zwar gute Juden und prächtige Menschen sein, sie sind aber nicht K/J. V.er in unserem Sinne. Die Organisation der Alt-Herrenschaft muß also eine Tendenz haben, die solche Leute automatisich zum Austritt zwingt. Wir erreichen das am einfachsten dadurch, daß wir die Forderungen, die wir an die Alten Herren stellen so hoch schrauben, daß die arideren •das Tempo nicht mehr mitmachen können. Es handelt sich dabei weniger um Einzelheiten der Organisation, vielmehr ist es nötig, eine entsprechende Stimmung zu schaffen. Max Freundlich: Ich stimme mit Lelewer fast völlig überein. Es handelt sich nicht nur darum, daB eine Arbeits-, sondern es soll .mehr, eine Lebensgemeinschaft, geschaffen werden: der Alte Herr soll eine Heimat im Kartell finden, ähnlich wie sie der Student in der Korporation hat. Es ist nicht der Fall, daß die Erziehung während der Studentenzeit allein wirksam genug sein kann; die Erinnerung an früher Gelerntes! ver,mag niemanden dauernd bei unseren Ideal zu erhalten, sondern es muß eine lebendige Gemeinschaft geschaffen werden mit Lebensformen und Gemeinschaftsgefühl. Die nach außen gerichtete Arbeit des einzelnen^ ist nicht das allein Wichtige, der Alte Herr, der an sich selbst arbeitet, ist lür uns genau so wertvoll. Diese Lebensgemeinschaft muß insbesondere *iuch den Leuten in der Provinz Anregungen und die politische Stoßkraft geben. Ich halte diesen Alt-Herren-Bund nur für eine Vorstufe zu einer zionistischen Loge, die sich nicht auf Akademiker wird beschränken dürfen,

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