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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 56)
Language
German
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56 Der Jüdische Student die Kenntnis von dem, was im Jahre vorher geschehen ist, die Kenntnis von Personen und ich komme aus diesem Grunde zu meiner Forderung des Kartellsekretärs. Nur der ist in der Lage erfolgreich zu arbeiten,, der sich dauernd mit den "Dingen beschäftigt. Es ist erforderlich, daß jemand da ist, von dem 'ständig Anregungen ausgehen, und der nichts anderes zu tun hat, als sich zu überlegen, was ist hier zu tun, was dort, der die Arbeitsmöglichkeiten auf das ^ntimste kennt und sie ausnutzt. Mir scheint dieses Grundprinzip aller wirksamen 'Organisationen noch nicht erkannt zu sein, während ich darin einen Kernpunkt der ganzen Frage sehen möchte. Wir besitzen das, was man mit Recht Organisation nennen kann, überhaupt nicht. Wir haben Vereine, Konvente, aber wir haben nicht das, was schon nach dem Sinn des Wortes Organisation ist; Organisation heißt organische Gliederung und Zusammenfassung zu einer leistungsfähigen Einheit. Es ist die Gliederung erforderlich, die jeden einzelnen an. seiner Stelle verwendet, jedem seine Aufgaben stellt 'und von einer Zentralstelle aus die ganze Arbeit leiten kann. Diese Organisation wird nicht geschaffen werden durch einen Alt-Herrentag und auch nicht durch eine Erweiterung des Präsidiums. Hierzu ist eine bureauniäßige Zentrale unter einem hauptberuflichen Leiter erforderlich. Das ist eine Stelle, die einen unserer Besten reizen kann, denn es muß daraus ein politischer Posten werden; es itnüß jemand sein, der Autorität besitzt und Vertrauen im ganzen Kartell hat, Wenn man, wie dies heute wiederholt geschehen ist, keine Unterschiede zwischen den jüngeren und den älteren anerkennen will, so ist das unrichtig in organisatorischer Beziehung. Das Interesse der jüngeren ist hauptsächlich die Keilarbeit und die Tätigkeit in der Korporation. Diese Dinge sollen für die älteren nicht ganz verloren gehen, aber es stehen doch andere Dinge für sie in dem Vordergrund: die Leitung von Ortsgruppen, usw. Abseits von der politischen Arbeit nur eine Lebensgemeinschaft zu bilden, wie das so stark betont worden ist, ist sehr schön, aber es genügt nicht. Auch hier fehlt die Erkenntnis, daß jede Alt-Herren- Organisation von vorne herein nur dann Erfolg versprechen kann, wenn sie sich einstellt auf den Geist politisch zionistischer Arbeit. Es lohnt sich nicht, an eine Alt-Herren-Organisation heranzugehen, wenn man nicht das Ziel vor Augen hat, eine Stoßtruppe des Zionismus zu bilden. Ich habe selbst zuerst die Forderung aufgestellt, daß die Alt-Herren- Organisation einen Einfluß auf die ganze Kartellpolitik haben soÜ, daß in wichtigen Fragen der Alt-Herrenrat angefragt werden soll. Ich habe mich überzeugt, daß das verfrüht ist. Ich glaube, daß wir erst sehen müssen, ob die Alt-Herren-Organisation imstande ist, zu arbeiten, ob wir eine geschlossene Organisation erhalten werden, die aus sich heraus in der Lage ist, gewisse Dinge zu leiten und autoritativ vorzugehen, dann wird sie sich von allein die nötige Beachtung sichern. Es hat sich inijmer alsi falsch herausgestellt, für etwas, was noch nicht da ist, Forderungen aufzustellen. Es "kommt darauf an, daß wir erst die Organisation aus1 sich selbst heraus schaffen lassen. Notwendig ist nur, daß wir diejenigen Statutenmöglichkeiten geben, die ihr das Arbeiten ermöglichen. Es ist dazu;

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