Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 55 'isoliert da. Jedenfalls aber muß alle diese Arbeit bei uns in Zukunft einlieitlich sein. Wo wirklich die Möglichkeit. einer Verständigung in einzelnen Dingen besteht, sollen diejenigen, die an den einzelnen Orten alle Vereine .genau überblicken können, freie Hand haben. Wenn ein Bundesbruder glaubt, daß sie auf dem falschen Wege sind, so ist es seine Pflicht, sich mit den Bundesbrüdern über seine abweichende Meinung auszusprechen, bevor er die Sache angreift, an der er Bundesbrüder beteiligt •weiß. Das ist bisher, z. B. auch neulich bei der Erörterung der iHamburger Dr. Tuchschen Arbeitsgemeinschaft in der Jüdischen Rundschau" außer acht gelassen worden. Diese Forderung ist eine Vorbedingung der von uns erstrebten ^Einheitlichkeit in diesen Dingen. Ich bitte das Hauptaugenmerk darauf zu richten, daß heute ein er- -weitertes Präsidium geschaffen wird. Es wird sich dann zeigen, daß: man jzu einem großen Teil erfolgreich versucht hat, dem Altherren-Problem gerecht zu werden. Walter Pinner: Nach dem, was bisher heute gesagt worden ist, Jkann man über den Geist, in dem «die Lösung der Alt-Herrenfrage erstrebt wird, Einstirriimigkeit feststellen. Nur in Fischers Referat im J. St. fehlte Dieser Geist. Denn Fischer kommt nach einer langen Aufzählung von Aufgaben für die Alt-Herren-Organisation nur zu der These, der Bezirks- ■verband sei die Form, die die Alten Herren zur praktischen jüdischen Arbeit für das Kartell vereinigt. Wir wollen aber nicht eine Alt-Herrenorganisation schaffen, damit die Alten Herren für das Kartell arbeiten. Es ist doch selbstverständlich, daß, wenn unsere Erziehung etwas mehr taugt, jeder das Interesse hat, das Kartell weiter zu fördern. Die beste Förderung des Kartells aber wird eine starke zionistisch-politische Arbeit 4er Alten Herren sein, zu der wir eine Tatgemeinschaft im politischen Sinne schaffen müssen. Daß wir für die Z. V. f. D. eine Konkurrenz bilden, ist nicht zu befürchten, denn wir wollen eine Organisation, die gewisse Aufgaben ausführt, zu denen eine parteimäßig arbeitende Organisation, wie die Z. V. f. D., nicht in der Lage ist. da sie auf den guten Willen derer angewiesen ist, die mitarbeiten wollen. Wir brauchen eine Stelle, die mit den einzelnen Zionisten dauernd iim persönlichen Konnex ist, die die Arbeitsbedingungen des einzelnen genau kennt. Diese Alt-Herren-Organisation, wie sie mir allein wertvoll erscheint, 'beruht also auf der Forderung der unbedingten Verantwortlichkeit des einzelnen gegenüber der Zentralstelle für seine Arbeit. Und das wiederum erfordert eine wirklich arbeitsfähige Zentralstelle, welche die Möglichkeit "hat, diesen Konnex aufrecht zu erhalten» Ich kann die ßezirksverbände nur sehr beschränkt als eine solche Stelle ansehen. Sie sind bis zu einem' gewissen Grade dazu geeignet, in manchen Städten. Der Bundesbruder aber, der vereinzelt ist (auch wer in großen Städten vom Beruf stark in Anspruch genommen ist) kann nur schriftlich erreicht werden. Und wenn man das Präsidium als eine solche Stelle ansieht, so glaube ich, daß das technisch ^auch unzureichend ist. Im Präsidium wechseln die Mitglieder, es fehlt