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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 52)
Language
German
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52 Der J üdischerStudent <ier Alte Herr. Zwischen dem Eintritt eines Bundesbruders1 ins Kaileil und zwischen seiner politischen Tätigkeit liegt freilich eine lange Entwicklung. Aber sie strebt von Anfang an einheitlich einerm Ziele zu. Darum' ist es unbegreiflich, daß, Lelewer hier den Vorschlag einer scharfen Trennung zwischen Alt und Jung madien kann. Das wichtigste Argument, das dagegen spricht, ist, daß die Alten Herren Vater von Söhnen werden, die V. J. St.er werden sollen. Wie soll sich aber ein Alter Herr ein zutreffendes Urteil über die Erziehung meiner Kinder bilden können, wenn er nicht im eigenen Kartell den Entwicklungsgang der Jugend verfolgt und mit ihr den Zusammenhang wahrt? Diese Einheitlichkeit der Entwicklung ist Gemeingut im B. J. C. gewesen, solange die Entwicklung und die Tendenzkämpfe die Politisierung des Kartells zum Ziele und zum Ergebnis hatten. Blumenfeld sagte gestern, es sei keine Frage, daß in den letzten zehn Jahren die Entwicklung des Einzelnen im Vordergründe stand. Das Gegenteil ist richtig. Wir wären -sonst auch nicht zur Fusion gekommen. Die Entwicklung des Einzelnen als bewußt durchgeführte allgemeine Programmforderung ist vorwiegend ein Ergebnis der Kriegsjahre. Die Erziehung bis ungefähr 1910 dagegen war weniger auf die Entwicklung des Einzelnen, sondern mehr .auf die Politisierung der Gesamtheit gerichtet. Die starke Betonung ■der Erziehung des Einzelnen in den letzten Jahre hat uns in einer Zeit -die das am wenigsten rechtfertigt, zu einer starken Unterschätzüng der jzionistischen ,auswärtigen Politik, geführt. Wir bilden nicht genügend Leute mit politischen Fähigkeiten heran. Daher leisten die Alten Herren auch so wenig zionistisch organisierte Arbeit nach außen. Wenn wir jetzt die Alt-Herren-Arbeit organisieren wollen, so kommt es vor allem darauf an, daß nach Berliner Vorbild, das allerdings nicht wird erreicht -werden können, überall jüdische Zentren geschaffen werden. Das ist ■die eigentliche Aufgabe der Bezirksverbände. Es wird freilich schwer sein, dieses jüdische' Zentrum zu schaffen, um das sich alles kristallisiert. Hierhin gehört jede gut jüdische Aufgabe, die Beeinflussung der Frauen, die Bildung zionistischer Jugendvereine usw. Das sind Dinge, die so vielseitig sind, daß ich nicht einsehen kann, daßi esi nur irgend einen Alten Herrn gibt, der nicht mindestens auf ein wichtiges Teilproblem dieser Arbeit , sich einstellen kann. Es gibt bei dieser vielseitigen Arbeit nichts, was nicht einen Alten Herrn fesseln könnte. Hier wird es Aufgabe des Präsidiums sein, die Arbeit mit zu überwachen und zu leiten. Unser Kartell muß das Gewissen der zionistischen Partei sein. Nicht Kritik .arm einzelnen Alten Herrn soll stattfinden, wohl aber soll von Berlin aus angeregt werden. Dsas Kartell muß sich dann über die innere Grundlage seiner Arbeit klar werden. Wenn hier wirklich eine einheitliche Anschauung über die Notwendigkeit ernsthafter nationaljüdischer Arbeit besteht, ist es unmöglich, daß die Gegensätze die Arbeit weiter gefährden. Die heutige Zeit bietet die Möglichkeit zu gemeinsamer Arbeit -der Anhänger der praktischen Arbeit und der Richtung Zwirn. Ich würde «es begrüßen, wenn andererseits auch die Erkenntnisi sich geltend machen

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