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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 53)
Language
German
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Der Jüdische Student 53 würde, daß jeder Alte Herr unseren berechtigten Anforderungen gewachsen sei. Man darf nicht den nüchternen realpolitischen Ausführungen Lichtheims eine Flauigkeit entnehmen,, die der Mehrzahl zusagt, weil es ihr an Schwung und Opferwillen gebricht, wir müssen vielmehr Vertrauen von jedern^ Bundesbruder verlangen. Es ist viel wesentlicher, daß der zionistischen Arbeit, den Dingen, Skepsis« und Mißtrauen entgegengebracht wird, daß man sich eingesteht, das Problem ist schwierig und es dennoch guten Mutes anpackt. Aber dem1 einzelnen Bundesbruder gegenüber ist Vertrauen in seinen guten Willen unbedingt unerläßlich. Es muß aber auch eine gewisse Unsicherheit in der Beurteilung unserer Entwicklung verschwinden. Blumenfeld sagte im vorigen Jahre, wir seien nie die Fertigen, wir ringen unser ganzes Leben lang. Gestern ."hat er zugegeben, daß< auch er manches an den Jungen nicht mehr verstehen kann. Das gibt zu denken. Es ist durchaus kein Unglück, daß nicht jetler Alte Herr jederzeit jedes Wort eines Jungen versteht, •oder daß ein Junger nicht allen politischen Gedankengängen eines Alten Herrn folgen kann. Das sind Dinge, die der Einheitlichkeit des Kartells nicht schaden. Daß Wir uns im den großen Dingen verstehen, Ist die Hauptsache. Ueber die Stellung der Gesamtheit zum einzelnen Alten Herrn meinte Blumenfeld, wenn ich ein kurzes verdeutlichendes Schlagwort gebrauchen •soll, (wir wollten nicht eine Disziplin der Gesinnung, wohl aber etnen Ausschluß aller Unanständigen. Solche Aeußerung ist erstens gefährlich;* weil sie verletzende Werturteile enthält, die schlimmer wirken als die Prätention einer Beaufsichtigung des einzelnen Alten Herrn, zweitens aber wird in dialektischer Weise das Abgelehnte mit einem anderen in Wirklichkeit gleichbedeutenden Begriff umschrieben. Eine Kontrolle des Alten Herrn durch eine Zentralsteile in Berlin, zu welcher Arbeit sie geeignet sind, kann ich mir nur schwer vorstellen. Sie muß am Sitze des Bezirksverbandes erfolgen. Da kommt es nicht darauf an, ob die leitenden Bundesbrüder zehn Jahre jünger sind als der betreffende Alte Herr, sondern auf die Autorität, mit der die Bundesfcrüder sich durchsetzen. Es .müssen Einrichtungen geschaffen werden, sei es am Orte des Bezirksverbandes, sei es im Präsidium, die mit der größten Beschleunigung die Abstellung der Fehler ermöglichen. Ich hoffe, daß die Vorschläge Lelewers auf Trennung der Organisationen einstimmig abgelehnt werden. Der Zusammenhang zwischen Alt und Jung ist noch von Bedeutung bei der Keilarbeit. Die Bezirksverbände wurden vor etwa zehn Jahren hauptsächlich zur Bewältigung der Keilarbeit geschaffen. In der Praxis Tiat sich ergeben, daß diese immer von den Jüngeren geleistet wurde. Es muß aber so werden, daß auch hier die Alten Herren mehr mitarbeiten. Es ist erforderlich, vom Präsidium 3us viel mehr technische Arbeit zu leisten. Es muß dafür gesorgt werden, daß Adressen, vor allem das Schülermaterial aus ganz Deutschland fortlaufend zur Verfügung stehen. Diese Dinge müssen kartothekisch festgelegt werden. (Rufe: Geschieht

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