Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Der ^ijdische Student 51 Empfindlichkeiten, die der Alte Herr nicht empfindet, der wirklich jung: geblieben ist Diese Ueberheblichkeit der Jungen' ist ja, wie Lelewer selbst sagt, allzu berechtigt. Da sagt man, daß der Alte Herr keine Interessen habe und beschwert sich im< selben Atemzug, daß die Jungen derartige Alte Herren aburteilen. Ich glaube deshalb, daß die Trennung iinmogltchr ist. Deshalb glaube ich, daß im Mittelpunkt der Alt-Herrenschaft der Bezirks verband bleiben muß, die Zusammenfassung der Alten Herren: in örtlicher Beziehung. Der Bezirksverband muß an der Spitze einige jüngere Bundesbrüder haben, die ganz frisch sind und so auf die andern einwirken können. Es ist interessant, daß' gerade die Bundesbrüder aus Posen die neue Forderung aufstellen; denn bei ihnen ist ein Bezirks verband, der ziemlich vorbildlich ist. Der Bezirksverband muß die Instanz werden, die die Arbeit des Ortes am besten kennt, er muß die Keilarbeit bei sich konzentrieren, er muß organisieren, daß jeder Alte Herr sein Tätigkeitsfeld hat, er muß dafür sorgen, daß zionistische Informationen gegeben werde«. Er bleibt also der Mittelpunkt. Erforderlich ist, daß es in Berlin eine Zentralstelle gibt Ihr wißt, daß diese Zentralstelle immer dagewesen ist, es war das Ressort für Alte Herren im Präsidium. Dieses Ressort jnag nicht ausgereicht haben. Ich glaube, daß das Präsidiumdas in erweitertem Umfange sein muß. Ein Mitglied des Präsidiums muß herumreisen, muß aen Leuten Anregungen geben, muß sie frisch erhalten. Eine Erweiterung des Präsidiums, wie sie Fischer vorschlägt, ist gut und muß durchgeführt werden. Dieses erweiterte Präsidiumwird vor allen Dingen eine andere Aufgabe haben, das Präsidium auf eine breitere Grundlage zu stellen und das verlorene Vertrauen wieder zu gewinnen. Das Präsidium, das aus Vertretern der Alten Herren besteht, wird die Aufgabe haben, den Konnex, der Bezirksverbände untereinander aufrecht1 zu erhalten. Nicht die „großen Führer" werden in dem' erweiterten Präsidium sitzen, sondern die Leiter der Bezirksverbände, die Bundesbrüder, die die Arbeit in den Bezirksverbänden machen, werden gleichzeitig Mitglieder des Präsidiums sein, werden die Möglichkeit haben, sich zu den in Frage stehenden Dingen vorher zu äußern. Darin sehe ich eine Lösung der Alt-Her renfrage. Das wichtigste Problem also ist die Erziehung in den Korporationen. Wenn unsere Erziehung besser wird, wird der Alte Herr besser sein. Die Bezirksverbände müssen so organisiert werden, daß jeder einen Vorstand hat, der die Arbeit überwacht, und in regelmäßigen Abständen durch Konvente die Alten Herren zusammenruft. Im» Präsidium existieren 3 Bundesbrüder, die die Korrespondenz führen, und das Präsidium wird erweitert durch eine Reihe von Bundesbrüdern aus der Provinz. Oskar Nathan: Ihr erinnert Euch der Skepsis, mit der auf dem vorigen K. J. V.-Tag Salli Hirsch dem Satze gegenübergetreten ist, daß das Ziel unserer Erziehung der Alte Herr sei. Er meinte, heute stehe das Jugendproblem' im Vordergrunde. So richtig das ist, so sehr hat uns gerade das letzte Jahr von der Notwendigkeit der Gegenwartsarbeit überzeugt, die ohne Synthese zwischen Alt und Jung undenkbar wäre. Darum können wir heute getrost wieder sagen: das Ziel unserer Erziehung ist