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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 49)
Language
German
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Der Jüdische Student 49 Gründe dafür? Zweifellos zunächst einmal Beruf und Familie. Es ist zweifellos, daß für den jungen Studenten die Mitarbeit in jüdischen und zionistischen prganisationen und Aufgaben unendlich viel leichter ist, als für den Alten Herren, der oft schwer genug ringen muß, um sich eine Existenz zu schaffen und dem vor allen Dingen alle Anregungen fehlen. Es ist selbstverständlich, daß für den, der in Berlin ist und die Möglichkeit hat, jeden Augenblick zionistische Versammlungen zu besuchen, die Möglichkeit, aktiv mitzuarbeiten, viel leichter ist, als iür den Alten Herren, der in der Provinz sitzt und nur gelegentlich genauer erfahren kann, wie: es steht. Das sind Dinge, mit denen wir immer werden rechnen müssen und die mit der Tatsache zu tun haben, daß wir im Goius leben. Unzweifelhaft aber erklären diese Dinge nicht alles. Ein großer Teil der Alten Herren lebt in guten Verhältnissen, viele leben an Orten, wo eine Verbindung besteht, doch bestehen auch für sie Klagen, so müssen wir die Tatsache folgern, daß unsere Arbeit nicht so ist, wie sie sein sollte. Unsere Erziehungsarbeit hat eben nicht das geleistet, was sie hätte leisten sollen. Der Alte Herr ist nicht so geworden, wie wir ihn fordern. Wir müssen also unser Hauptaugenmerk auf Intensivierung unserer Erziehung richten. Wird unsere Arbeit in den Korporationen besser und intensiver werden, dann wird auch die Alt-Herrenfrage besser zu lösen sein und darum sehe ich den Unterschied der heutigen Debatte von der gestrigen nicht ein. Die Frage unserer Erziehungsarbeit ist die Hauptfrage. Aber hier ist nicht der Platz, aarüber zu sprechen. Es entsteht die Frage, worin sehen wir die Aufgaben der Alten Herren,, wie stellen wir uns den ^prbildlichen Alten Herren vor, den wir so oft vermissen? Worin liegen seine Aufgaben? Zunächst selbstverständlich in der K. J. V.-Tätigkeit. Es ist eine im großen und ganzen sehr äußerliche Tätigkeit. Keilarbeit ist eben so notwendig, wie uninteressant. Natürlich kann der Alte Herr viel mehr tun, er kann durch Mitarbeit an l. St., durch Mitarbeit in den Korporationen viel wirken und an Orten einer Verbindung die wichtigsten Aufgaben leisten, die es für den K. J. V.er gibt, nämlich Erziehungsarbeit, die die zionistische Tätigkeit jedes K. J. V.ers bleiben muß. Daneben wird für den Alten Herren natürlich zionistische Arbeit stehen müssen. Dazu erziehen wir ja schließlich unssere Bundesbrüder, um über die Korporation hinaus im Rahmen der zionistischen Organisation seine Arbeit zu machen. Ich gebe zu, daß nicht jeder unserer Bundesbrüder für diese Arbeit geeignet ist, viele werden keine Befähigung haben,, in der Ortsgruppe zu arbeiten, usw. Immerhin stellt diese Tätigkeit nicht so große Anforderungen, daß nicht die meisten ihr genügen könnten. Daneben stehen weitere Aufgaben für den Alten Herren, die sehr wichtig sind. Das sind Arbeiten allgemeiner jüdischer Art, Arbeiten in neutralen und feindlichen Organisationen, in Logen, neutralen jugendbünden usw. Hierzu gehört auch die von Lelewer nicht besprochene- Arbeit in der Gemeinde. Auch hierin »sehe ich eine große Aufgabe der (Alten Herren. Eine Aufgabe, zu ider sie der Beruf sehr leicht führen wird, hier werden sie am -ersten Einfluß gewinnen, in die Logerb

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