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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 48)
Language
German
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48. Der Jüdische Student Urteilen schnell bei der Hand sind. Auf der anderen Seite scheint es manchen so, als ob gewisse Bundesbrüder vor einem Forum von Alten -Herren ganz anders sprechen würden, als" sie es jetzt vor Aktiven tun. Diese akademagogischen Aeußerungen der „Führer" sollen dann schuld •sein an dem Aneinandervorbeireden auf unseren Tagungen. Das .muß sich .ändern. Muß sich prinzipiell ändern, wenn die Jungen nicht dauernd das Gefühl haben sollen, als ob manche Alte Herren, die glauben vor ihresgleichen zu sprechen, ihnen die jugendliche Stimmung nehmen wollen, und wenn andererseits viele Alte Herren nicht dabei bleiben sollen, daß ihre eigenen, sie zu tiefst berührenden Fragen im Kartell nicht berührt •werden. Ich glaube nicht, daß die Einheit des Kartells durch die kommende Alt-Herren-Organisation gefährdet wird. vDiese Abgrenzung der Zuständigkeit wird eine ungeheure Bereicherung des Kartellebens nach innen und " außen bringen. Manche Bundesbrüder sind der Ansicht, daß dieses Gemeinschaftsleben der Alten Herren nicht durch eine neue Organisation, sondern durch Au?bau der Bezirksverbän.de erreicht werden kann/ Ich bin anderer Ansicht und darf auf Grund meiner Erfahrungen in Posen urteilen. Wir haben hier, gesehen, daß wir als einzelner Lokalverband schließlich langsam zu Grunde gehen müssen, wenn wir nicht eine gemeinsame Organisation haben, die alles zusammenfaßt, wenn wir nicht Anregungen untereinander austauschen können, wenn wir nicht eine Zentralleitung haben. Es wird sich heute nicht darum handeln, praktisch die einzelnen Forjnen und Inhalte der künftigen Alt-Herrenarbeit herauszuschälen; wesentlich allein ist heute, daß der Erkenntnis Bahn gebrochen wird, daß uns eine Erneuerung und Belebung der Alt-Herrerltätigkeit nach der angedeuteten Richtung nottut. Zweifelhaft ist mir, ob diese Frage eine interne Frage des K. J. V. oder eine solche des deutschen Zionismus: ist, ob wir nicht z. B. der Gründung einer zionistischen Loge in Deutschland, nähertreten müsstm. Mir scheint ^eute, daß wir mit den Dingen, wie sie sind, rechnen müssen, und daß; wir •vorläufig' noch nicht ein Gemeinschaftsleben mit Angehörigen anderer Jugendgenieinschaften haben können. Daher glaube ich, daß eine Gemeinschaft, so wie ich sie mir denke, innerhalb des Kartells verwirklicht -werden muß. Die Grundstimmung dazu muß jetzt geschaffen werden. Es gilt eine Kulturgemeinschaft (im Buberschen Sinne) aer Alten Herren ■herbeizuführen. Wer das will, muß für die Schaffung einer besonderen Alt-Herren-Organisation eintreten. Löwenstein: Es muß zunächst die Frage erörtert und klargestellt werden, worin das Ait-Herrenproblem liegt. Lelewer sieht es mit Recht in der Untätigkeit der Alten Herren. Wir bemerken, daß eine große Reihe Alter Herren hauptsächlich in der Provinz nicht mehr das genügende Interesse an dem Kartell haben und der inneren Entwicklung des Kartells fremder gegenüberstehen, als wir erwarteten. Diese Bemerkung ist nicht 3ieu, sie ist alt und oft genug geäußert worden. Welches sind die

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