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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 44)
Language
German
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44 Der Jüdische Student Aber gegen eins müssen wir uns wehren. Wir wollen nicht mehr* daß man uns wohlwollend auf die Schultern klopft: „Der Most wird sich, schon beruhigen." Wir wollen nicht mehr, daß man uns erzähle, daß die- Verhältnisse „drüben" gewissen „Minimalforderungen der Bequemlichkeit" nicht entsprechen. Wir wissen das, wissen noch viel mehr, was uns erwartet. Denn uns treibt nicht „romantische Stimmung" oder „Lusti sich selbst zu opfern", sondern heiligste Forderung. Darum aber bedeutet diese Art zu sprechen, mag sie auch „noch so guten Motiven" entspringen, eine Erniedrigung, nicht für uns, wohl aber für unsere Sache. Es kann wohl sein, daß einer von uns die Verantwortung nicht erträgt und vor der Aufgabe die Hände vor die Augen schlägt. Wenn man uns aber von außen die Hände vor die Augen legt, sei es auch noch so sänftigend, dann reißen wir diese Hand fort, gleich was aus dem Arm wird, der dazu gehört. Und noch eins. Es ist heute ausgesprochen worden, „daß wir ja auch nach Palästina gelangen könnten, auch wenn wir nicht persönlich hingingen: in unseren Kindern." Die älteren dürfen das ja sagen, können .auch nicht anders. Wenn aber einer von den jüngeien das ausspricht,, der weiß oder wissen muß, daß, diese Kinder doch wieder „einer Kultur angehören werden, die sie nicht haben, und eine Kultur haben werden, der sie nicht angehören", daß sie doch wieder mit deutschen Schönheitsmaßen .werten, in deutschen Begriffen denken werden, dann können wir diese Abwälzung der Verantwortung, diese Belastung der Heiligsten, der Ungeborenen mit der Verwirrung des Galuths nicht anders bezeichnen, als verbrecherisch. Und wir und jene würden dann allerdings in zwei Sprachen sprechen, zwischen denen kein Dolmetescher vermitteln kann. Walter Pinner: Nach den Worten Exiners von heute morgen konnte es den Anschein haben, als bestehe eine Gegnerschaft zwischen Turnerschaft und Blau-Weiß. In Wirklichkeit ist nur insofern ein Gegensatz vorhanden, als beide auf die Hilfe des Kartells angewiesen «ind, aber nur der Blau- Weiß von uns gefördert wird. Die Erklärung ist nicht schwer. Das Kartell erhält vom Blau-Weiß legitime Kinder, dagegen führt ihm die Turnersehaft keine solchen zu. Außerdem ist für unsere Studenten die Erziehung und Leitung der Schüler im Blau-Weiß und im Volksheim, weit leichter, als die Arbeit im Kreise von jungen Kaufleuten. Aus dem gleichen Grunde wird auch der Herzlbund von uns wenig 'unterstützt. Dadurch tritt eine Vernachlässigung aller derer ein, die in .kaufmännische Berufe übergehen. Hier sind Mängel in der Organisation vorhanden. Wir müssen den Kreis unserer Arbeit bedeutend erweitern, und die jüdische Turnerschaft ist die wichtigste Organisation für alle nationalisierende Jugendarbeit. Gerade sie hat aber im Kriege am meisten gelitten, so kann sie zurzeit die jüdische Turnzeitung nicht mehr herausgeben. Die Arbeit in der jüdischen Masse Deutschlands1 erfordert besondere Anstrengungen und für die meisten Selbstüberwindung. Aber diesen revolutionären Geist, der allein die Nationalisierung der Masse herbeiführen« kann, müssen wir aufbringen. Wir mlüssen dabei von den russischen' Studenten lernen, deren Arbeit in der Volksmasse der bewundernswerte Erfolg

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