Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Der -Jüdische Student 39 durchzusetzen suchen. Weiß er doch, daß| in der Gemeinschaft die Wurzeln seiner Kraft liegen, und steht er doch der Palästinafrage .nicht nur deswegen unbefangener und erfolgsicherer gegenüber, weil seine Jugend ihn Schwierigkeiten übersehen läßt, und seine Unreife ihn zu abenteuerlichen Plänen verführt, sondern deshalb, weil seine Gemeinschaft ihm eine Möglichkeit künftigen Lebens in Erez Israel bietet. Woran denn sind unsere Bundesbrüder drüben gescheitert? Doch nicht an der Arbeit als solcher, am Klima oder irgend welchen Sentimentalitäten und mystischen Hindernissen, sondern vornehmlich an der Tatsache, daß es ihnen nicht möglich war, sich sogleich in die Verhältnisse des neuen Jischub, unter diese ihnen ungewohnten Menschen einzufügen. Es ist ein Ueberganig nötig, und der Blau-Weiße fühlt, daß! dieser am besten dadurch geschaffen würde, daß man einen Ausschnitt a*us seiner ihm lieben Gemeinschaft von hier nach Palästina verpflanzt. Die Siedlung von K. J. V.ern und Blau- Weißen, das Dorf aufgebaut auf der Grundlage der Bundesbrüderlichkeit, Gefährtentreue und persönlichen Freundschaft mit einer natürlichen kommunistischen Grundlage, bedeutet die Beseitigung vieler Hindernisse und eine iStation lauf (dem Wiege zur Errettung! eines Teilesi der \vestlichen Diaspora für Erez Israel. Es wäre Sache des K. J. V.-Tages gewesen, zu erwägen, ob und wie eine solche Siedelung möglich wäre, ob und wie dem leidenschaftlichen Verlangen nach Palästina, das große Teile der Blau-Weiß-Jugend, aber auch weite Kreise des K.J. V. ergriffen hat, 'Genüge getan werden kann. Man soll die 14- und 16 jährigen nicht verspotten, die sich darauf versteifen, Landwirt zu werden: Es wäre vielmehr eine Aufgabe für den projektierten A. H. V., zu beratschlagen, ob es nicht möglich wäre, Ackerbauschulen hier in Deutschland zu schaffen, und wenn ja, solche einrichten zu helfen; man sollte nicht nur von den Kapitalien reden, deren Nichtbesitz die Uebersiedelung verhindert, sondern von denjenigen, die von aen Zurückbleibenden bereitgestellt werden müßten, um die Uebersiedelung zu ermöglichen. Eine derart fruchtbare und verständnisvolle Arbeit würde auch den letzten Blau-Weißen dem K. J. V. gewinnen. In der einen jüdischen Frage, die uns alle angeht, erledigen sich Gegensätze, die doch nur auf Unterschieden des Alters und der Form beruhen. Moritz Bileski: Ich hatte die Absicht, über das Verhältnis des Blau- Weiß zur Korporation zu sprechen. Nach! dem, was Blumenfeld und Pelz gesagt haben, kann ich mich mit einigem; begnügen. In ihren Ausführungen ist das enthalten gewesen, was der Ruderverein in dem letzten Jahren kritisiert hat. Wir haben die Gefahr empfunden, daß, der Zusammenhalt des Kartells bedroht wurde, indem Dinge angegriffen wurden, die wir als für unsere Erziehung Verbindlich anerkannt hatten. Wir bemerkten in diesen Angriffen den F. W. V.er Geist, den wir stets abgelehnt haben. Wir wollen gleich feststellen, daß dieser Unterschied auch den Ausführungen von Franz Meyer gegenüber besteht. Wenn, auch er von Disziplin redet, so ist unsere Auffasislung von Disziplin eine andere: wir lehnen eine Disziplin ab, be$ der derjenige, der sie zu leisten hat, entscheidet, ob und wie-