Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
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Der Jüdische Student 35 ./ s -werden. Dem Blau-Weißen mußi diese Disziplin so wie unseren Bundesforüdern als nationale Notwendigkeit erscheinen; sie muß ihn als' nationaler Wert gelehrt, werden. Kann die deutsche Jugendbewegung nationale, individualistische, zersplitternde Tendenzen jeder Art ertragen, so muß die jüdische Jugendbewegung alle selektivistischen, nur auf persönlicher Freundschaft aufgebauten Bestrebungen ablehnen. Die vereinigenden tund vereinheitlichenden Momente der nationalen Disziplin müssen durch uns zur Herrschaft gebracht werden. Das K. J.V. hat die Aufgabe, Führer der großen jüdischen Jugendbewegung in Deutschland zu werden, die. den Blau-Weiß und alle anderen Jugendorganisationen umfaßt. Diese Bewegung, die einen Teil der großen zionistischen Erneuerung in allen Ländern der Welt bildet, erträgt keine Sonaerwünsche und Spaltungen. Daher sind auch besondere Bku-Weiß,- Korporalionen abzulehnen. Es ist vielleicht denkbar, daß neben dem Ruder- V. J.St. eine Turhkorporation entsteht, das Wandern ist aber eine Form* unseres allgemeinen Gemeinschaftslebens, und der Blau-Weiß, dessen Fortsetzung des K. J. V. ist, darf keinesfalls innerhalb des K.J. V. besondere Wandergruppen mit eigenartiger Prägung bilden. So sehr wir eine geistige Uniformierung ablehnen, so notwendig ist die Gleichartigkeit der Erziehung durch nationale Disziplin. Forderungen des Lernens werden gewiß nicht von allen in gleicher Weise erfüllt werden. Vielen wird weder das Hebräische noch die jüdische Geschichte liegen, und sie werden dennoch wertvolle Glieder unseres Bundes sein. Aber die Forderung, daß. jeder sein Bestes gibt und jeder sich freudig einordnet, um ein Glied unseres Bundes sein zu dürfen, muß von jedem erfüllt werden. Unsere Stellung tlw dem neuen Typ, den der Blau-Weiß darstellen will, darf nicht darin bestehen, daß wir kritiklos auf ihn eingehen, sondern daß wir uns rüsten, die durch eine neuartige Anschauungswelt beeinflußte Jugend des Blau- Weiß durch die Beschleunigung unserer eigenen Entwickelung uns mit .zwingender Kraft einzufügen. Franz Meyer: Es scheint so, daß die Bitte, die bei Beginn der Tagung an alle gerichtet wurde, nicht ganz beherzigt worden ist, daß gerade die Jüngsten mit ihren Wünschen und Zukunftsplänen nicht zu Worte gekommen sind. Wenn ich jetzt zu Euch spreche, so betone ich, daß ich als K. J. V.er zu K. J. IV.ern sprechen wilt und daß ich mich nicht berufen fühle, für die Gesamtheit des Blau-Weiß zu sprechen, wozu ich kein Recht habe. Es ist überhaupt verfehlt, zu meinen, daß der BIa<u-Weif> an das K. J. V. Forderungen stellt oder zu stellen hat. Ich spreche über diese Fragen erst jetzt, nachdem ich mich im K. J. V. umgesehen habe. Allerdings will ich nicht verschweigen, daß einige der Ansichten, die ich heute als K. J. V.er vertreten will, aus Erfahrungen stammen, die ich» T'm blau-Weiß erworben habe. Ich meine, daß es nicht richtig ist, bei der Beurteilung der Frage: „Blau-Weiß und K. J. V." zu sagen, wir wollen ien Blau-Weiß vom K. J. V.er Standpunkt aus betrachten, sondern die einzig nogliche Beurteilungsweise ist die, daß man beide an dem Prinzip mißt, das über beiden steht, nämlich &o dem Prinzip der jüdischen Erziehung. Aus dieser Ueber-