Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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26 Der Jüdische Student und. K.J. V. dürfte konstatiert werden. Es darf nicht sein, daß Blau- ,Weiß-Füxe, wenn sie zui uns kommen, glauben, durch eine gewaltige Kluft von uns getrennt zu sein, und daß sie einen Sprung machen «müssen, ftum von ihrem Typus sich unserem anzupassen. Vielmehr muß die Erziehung im Blau-Weiß von vornherein so geleitet werden, daß sie im< Blau-Weiß nur eine (kindliche oder jugendliche) Vorstufe zum eigentlichen Lebens- und Mannesideal des K. J. V.-er® sehen. Und den Führern im Biau-Weiß, die aus dem K. J. V. stammen, muß diese Aufgabe klargemacht werden, ihren dort ja bestimmenden Einfluß dahin wirken zu lassen, daß auch im Blau- Weiß dieses Verhältnis als Vorstufe empfunden und anerkannt wird. Der Blau-Weiße darf auch nicht glauben, was ihm vielfach beigebracht wird, daß er so gut vorgebildet sei, daß, er eigentlich bei uns? gar nkjhts mehr lernen könne. Für das Wissen mag das für einzelne zutreffen; für die Erziehung der Persönlichkeit soll der Blau-Weiße lernen, daß er die wirklich echte und wertvolle Reifung für das Leben erst in K. J. V. erhalten kann. Das Blau- Weiß-Problem klärt sich m. E. für uns augenblicklich dahin, in dem Streit der Richtungen im Blau-jWeiß derjenigen zur'Herrschaft zu ve r h e 1 f e n, die dieses klare Vorstufenverhältnis zum K.J. V. anerkennt und die das Prinzip der korporativen Verfassung im K. J. V. nicht bekämpft, sondern als männliche Fortsetzung und Krönung seiner kindlichen Gemeinschaftsformen selber vertritt. In diesem Sinne allein können K. J. V.-er im Blau-Weiß arbeiten. Für jeden K. J. V.-er muß auch, wenn er aus dem Blau-Weiß kommt, die wirkliche Eebensgemeinschaft das K. j. V. sein Das werden aber viele Blau-Weiße erst noch mühsiain lernen müssen. Wenn diese wichtigsten K. J. V.-Inhalte außer Diskussion7bleiben, dann können wir uns über einzelne Formen ruhig unterhalten. Wir haben auf das Kneipen nie irgend welchen wesentlichen Wert gelegt; und wir sind sehr überrascht, daß die anderen es' tun. Wird die Zahl der Bundesbrüder, die nicht kneipen wollen, sehr groß, so würde ich gar keine Bedenken tragen, 'die Kneipen abzuschaffen. Ein Zwang ist auch bisher auf Abstinenzler rne~~ausgeuM™worden. Nur darf der Kampf sich nicht gegen die Kneipe richten als eine der korporativen Einrichtungen, d. h. gegen das Prinzip des Korporativen. Dsas soll unangerührt bleiben; ich weiß) aber, daß gewisse intransigente Kreise es so gemeint haben! Es ist nicht notwendig, auf die Vorschläge von Jaruslawski, betreffend Sonderkorporationen, einzugehen; aber es ist doch bedeutsam, daß; ein alter und guter K. J. V.-er sich dafür einsetzen konnte, wie es Salli Hirsch in seinem. Artikel getan hat. Wie ist es möglich, daß er nicht eingesehen hat, daß damit die Axt an die Wurzel der Einheit und Geschlossenheit des K. J. V. gelegt ist? ich mache also für den Blau-WeißrNachwuchs folgende praktischen Vorschläge. Er kommt als Fux ganz anders! vorgebildet zu uns, und ich will die Tatsache des größeren Wissens berücksichtigen. Ich schlage daher vor, eine Art Aufnahmeexamen einzuführen. Diejenigen Füxe, die das